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900 Jahre Ordensgeschichte: Goldkunst und Ordens-Wahl-O-Mat

Magdeburg  

900 Jahre Ordensgeschichte: Goldkunst und Ordens-Wahl-O-Mat

07.09.2021, 14:41 Uhr | dpa

900 Jahre Ordensgeschichte: Goldkunst und Ordens-Wahl-O-Mat. 900 Jahre Prämonstratenser-Orden

Der Cappenberger Barbarossakopf ist im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die Prämonstratenser sind heute noch Seelsorger, Prediger und Lehrende, haben Bauten und Kunstwerke hinterlassen: Das Kulturhistorische Museum Magdeburg widmet dem 900-jährigen Bestehen des Ordens eine Ausstellung mit dem Titel "Mit Bibel und Spaten. 900 Jahre Prämonstratenser-Orden". Verknüpft werde die Geschichte der Prämonstratenser ausgehend von ihrem Gründer und Magdeburger Erzbischof Norbert von Xanten mit der Landes- und Stadtgeschichte, sagte Museumschefin Gabriele Köster am Dienstag in Magdeburg.

Sieben Kapitel in unterschiedlich farbig gestalteten Räumen führen von der Entstehung im Mittelalter über die Reformation bis in den Kommunismus und die Gegenwart. Wertvolle Reliquiare, Preziosen der Goldschmiedekunst, Gemälde, Grafiken, Glasmalerei sowie prächtige Buchmalereien haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen. Köster sagte, die Prämonstratenser hätten ihre Gotteshäuser auf höchster Qualitätsstufe ausgestattet.

Rund 160 Exponate von etwa 90 Leihgebern wie Museen, Bibliotheken und Klöstern sind in der Ausstellung auf zusammen 700 Quadratmetern vereint. Vier Medienstationen ergänzen die Schau. Unter anderem können die Besucher bei einem Ordens-Wahl-O-Mat testen, ob und welcher Orden zu ihnen passen würde. Für Kinder erklären Trickfilme die Ordensgeschichte. Die Ausstellung, die laut Museum ein Budget von knapp einer Million Euro hat, ist von Mittwoch an bis zum 9. Januar 2022 zu sehen.

Es handelt sich den Organisatoren zufolge um die erste Einzelausstellung im deutschsprachigen Raum über die Prämonstratenser. Die Ausstellung gehöre zu drei offiziellen Partnerprojekten zum Jubiläum. In der Park-Abtei Löwen in Belgien war bereits eine Ausstellung gezeigt worden, von November an folgt eine im Kloster Strahov in Prag.

Der Wanderprediger Norbert von Xanten gründete 1121 im französischen Prémontré mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter den Orden der Prämonstratenser. Er war Erzbischof von Magdeburg und wurde als Heiliger Norbert Stadtpatron Magdeburgs. Durch ihn wurde die Stadt zu einem Zentralort der Prämonstratenser. Von hier aus breitete sich der Orden nach Norden und Osten aus, bis ins Baltikum und ins heutige Israel, wie die Ausstellungsmacher weiter mitteilten.

Projektleiterin Ulrike Theisen betonte die große dargestellte Spanne von 900 Jahren Ordensgeschichte mit Aufs und Abs. Daher findet sich neben namhaften Ausstellungsgegenständen mit viel Gold auch eine aus einer Gurkendose geschmiedete Monstranz. Sie wurde in den 1950er Jahren gefertigt und erinnert an die Internierung von Priestern und Mönchen in der Tschechoslowakei. Laut Theisen konnten die Prämonstratenser nur im Untergrund ihren Orden am Leben erhalten. Erst nach 1989 kehrten sie in ihre Klöster zurück.

Der Prämonstratenser-Orden hat heute weltweit rund 1200 männliche Mitglieder und etwa 100 Schwestern, wie Generalabt Jos Wouters sagte. Die Zahl wachse nicht. In Magdeburg bauen die Prämonstratenser derzeit ein neues Kloster. Ein Zeichen der Ökumene soll es sein, wie die Abtei Hamborn zur Grundsteinlegung im Sommer mitgeteilt hatte. Die Prämonstratenser engagieren sich in Magdeburg in der Jugendarbeit und betreuen die Studentengemeinde. Der Einzug ist nach bisherigen Angaben für das Jahr 2022 geplant.

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