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Attacke auf Grünen-Stand in Plauen: Baerbock schockiert

Plauen  

Attacke auf Grünen-Stand in Plauen: Baerbock schockiert

26.09.2021, 14:11 Uhr | dpa

Eine Attacke auf den Wahlkampfstand der Grünen in Plauen (Vogtlandkreis) hat am Wochenende Entsetzen ausgelöst. Ein Mann ging am Samstag, einen Tag vor der Bundestagswahl, auf den Stand zu, bewarf die Kreisvorsitzende der Partei mit einem Ei und versuchte, einen Politiker zu treten, wie die Polizei mitteilte. Der 50-Jährige wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, um weitere Straftaten zu verhindern. Er ist nach Angaben vom Sonntag aber wieder auf freiem Fuß. Gegen ihn ermittelt der Staatsschutz.

Die 19-Jährige trug demnach einen Bluterguss davon, benötigte aber keinen Arzt. Eine Sprecherin des Grünen-Landesverbands bestätigte, dass es sich um die Kreisvorsitzende Lea Sophie Gauglitz handelt. Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, zeigte sich entsetzt. Das sei "schockierend", twitterte sie noch am Abend. "Umso mehr gilt: wir müssen jeden Tag für unsere liberale Demokratie einstehen. Und ich danke all jenen, die das Tag für Tag tun."

Nach Angaben der Grünen wurde der Täter vom Direktkandidaten Olaf Horlbeck überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Ein Atemalkoholtest bei ihm ergab laut Polizei einen Wert von fast 0,8 Promille.

Der Grünen-Landesverband twitterte, dass die Partei schockiert über den Angriff auf die Kreisvorsitzende sei. Die Landesverbandsvorsitzende Christin Furtenbacher sagte demnach, dass die Grünen in diesem Wahlkampf sehr viele harte Angriffe bis hin zu Mordaufrufen erduldet hätten. "Der Überfall in Plauen zeigt leider nur zu deutlich, wie schnell aus Worten Taten werden können. Wir Grüne stehen weiter für eine offene und demokratische Gesellschaft ein und lassen uns nicht einschüchtern."

Nach Angaben der Sprecherin des Landesverbandes war es der erste tätliche Übergriff dieser Art auf einen Grünen-Stand in diesem Wahlkampf. Allerdings seien bereits Helfer beim Aufhängen von Wahlplakaten nachts bedrängt worden. Zudem seien Politiker an Wahlkampfständen rechtsextremistisch beleidigt worden.

Die Co-Vorsitzende des Kreisverbandes, Ulrike Liebscher, sagte am Samstagnachmittag, dass der Mann die Grünen am Wahlstand als "Landesverräter" beschimpft habe. Er sei sofort aggressiv auf die Vorsitzende Gauglitz zugestürmt. "Die Aggressivität in diesem Wahlkampf hat eine neue Qualität erreicht. Unsere Grüne Jugend musste sich schon häufiger Ohrfeigen androhen lassen."

In den vergangenen Wochen waren zudem Wahlplakate der rechtsextremen Splitterpartei Der Dritte Weg mit dem Slogan "Hängt die Grünen!" in mehreren Städten, darunter auch in Plauen, aufgetaucht. Das Sächsische Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Bautzen hatte die Plakate vergangene Woche als Volksverhetzung eingestuft, sie mussten abgehängt werden. Die Stadt Zwickau war mit einer Verfügung gegen die Plakate vorgegangen.

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