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Spuren zweier mittelalterlicher Burgen in Landsberg entdeckt

Halle (Saale)  

Spuren zweier mittelalterlicher Burgen in Landsberg entdeckt

05.10.2021, 12:59 Uhr | dpa

Spuren zweier mittelalterlicher Burgen in Landsberg entdeckt. Spuren zweier mittelalterlicher Burgen entdeckt

Die Doppelkapelle Sanctae Crucis erhebt sich auf der Porphyrkuppe in der Stadt Landsberg. Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/ZB (Quelle: dpa)

In Landsberg im Saalekreis sind bei Grabungen Spuren von zwei mittelalterlichen Burgen entdeckt worden. "Zum einen handelt es sich um die Überreste der Burg Markgraf Dietrich II. von Landsberg (1142-1185) aus dem 12. Jahrhundert", sagte Grabungsleiterin Katja Grüneberg-Wehner am Dienstag. Dietrich war ab 1156/57 Markgraf der Mark Lausitz mit dem späteren Hauptsitz auf der Burg Landsberg.

"Die Burg Dietrichs verfiel nach der Mitte des 14. Jahrhunderts. Hinweise auf eine gewaltsame Zerstörung gibt es bislang nicht." Erhalten blieb lediglich die Doppelkapelle, die 1662 das erste Mal nachweislich instand gesetzt wurde. Unter den rund 500 Funden befinden sich Fragmente von Koch- und Vorratsgeschirr sowie Münzen und ein Wägegewicht. Ein bemaltes Miniaturgefäß aus weißer Feinware diente zum Weintrinken. Tonmurmeln und Knochenwürfel wurden zum Zeitvertreib genutzt, während es als Spielzeug für den ritterlichen Nachwuchs ein glasiertes Spielzeugpferdchen gab. Ebenso kam ein Wellrandhufeisen und das Fragment eines vergoldeten Beschlags, welches zu einem Kleidungsaccessoire gehören könnte, zu Tage.

"Fragmente von Ofenkacheln belegen, dass die Burg Dietrichs einen beheizbaren Wohnraum besaß", sagte Grüneberg-Wehner. Überreste von Fensterglas, Säulen, die von gekuppelten Fenstern stammen könnten, weisen auf einen Wohnturm oder Palas mit einem Wohn- und einem Festsaal hin, der das Hauptgebäude der Burg bildete.

Neben den Spuren der Burg Dietrichs wurden auf dem Kapellenberg auch Kulturschichten aus dem 9. bis 11. Jahrhundert entdeckt. "Wahrscheinlich gehörten diese zu einer Vorgängerburg, die als eine der umfangreichsten Befestigungsanlagen Sachsen-Anhalts angesehen werden kann", sagte die Grabungsleiterin.

Die Lehr- und Forschungsgrabung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Halle) soll nach den ersten Funden und Befunden im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

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