Sie sind hier: Home > Regional >

Stadtchef will Gleichstellung ohne Gendersternchen: Debatten

Neubrandenburg  

Stadtchef will Gleichstellung ohne Gendersternchen: Debatten

07.10.2021, 06:46 Uhr | dpa

Stadtchef will Gleichstellung ohne Gendersternchen: Debatten. Gendergerechte Sprache

Auf einem Bildschirm ist das Wort "Schüler*innen" zu sehen. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa (Quelle: dpa)

Die Debatte um Gendersternchen beschäftigt viele Stadtverwaltungen im Nordosten, meist noch ohne endgültiges Ergebnis. Das sagten Sprecherinnen und Sprecher mehrere Verwaltungen der Deutschen Presse-Agentur.

So hält Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) die Sternchen-Schreibweise nicht für geeignet, um Gleichstellung von Geschlechtern wirklich zu fördern. Künstliche Wortformen hätten sich nicht bewährt, sagte der 43-jährige Verwaltungschef in der nach Rostock und Schwerin größten Stadt im Land. Das lehrten auch Begriffe aus der DDR-Zeit, die längst wieder verschwunden seien.

In Schwerin und Wismar stehen die Verwaltungen der Gleichstellung zwar grundsätzlich positiv, aber der Sternchen-Schreibweise skeptisch gegenüber. Hier seien Richtlinien in Arbeit. In Schwerin sollen die Stadtvertreter am 25. Oktober darüber diskutieren. In Rostock wird gerade eine Richtlinie erarbeitet. Hier haben Stadtvertreter das schon ausführlich diskutiert. Ein Antrag der CDU, die auf das Sternchen ganz verzichten wollte, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Witt lässt seinen Mitarbeitern eigenen Angebane zufolge bisher freie Hand, was "etwas wie Wildwuchs aussieht". Es sei aber eine individuelle Entscheidung, ob jemand mit oder ohne Gendersternchen sprechen und schreiben wolle. "Mir fällt dies auch schwer und ich mag es nicht", stellte Witt klar, der selbst Gedichte schreibt.

Grundsätzlich brauche Sprache mehr weibliche Darstellungsformen. "Wichtig ist, dass wir die Jahrhunderte des Patriarchats hinter uns lassen und uns für Gleichstellung und Gerechtigkeit engagieren - für echte gelebte Chancengleichheit." Man werde das Jahrhundert der Frauen erleben und das werde der Menschheit guttun, meinte Witt. Letztlich habe Deutschland eine Duden-Reform gehabt, damit Sprache leichter und nicht schwerer werde.

"Zu Fuß gehender" klinge im Gegensatz zu "Fußgänger" nicht praktikabel, sagte der 43-Jährige. Ein Beispiel für Kunst-Wortschöpfungen, die sich nicht durchgesetzt hätten, seien auch die "Jahresendflügelfiguren" mit denen DDR-Machthaber einst den "Weihnachtsengel" vermeiden wollten. Ähnlich ging es dem "Schokoladenhohlkörper", der den "Schokoweihnachtsmann" ersetzen sollte.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: