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Jüdische Kulturtage werben für Vielfalt in Gesellschaft

Rostock  

Jüdische Kulturtage werben für Vielfalt in Gesellschaft

09.10.2021, 20:37 Uhr | dpa

Jüdische Kulturtage werben für Vielfalt in Gesellschaft. Juri Rosov

Juri Rosov, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Rostock. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit den 6. jüdischen Kulturtagen möchte die Jüdische Gemeinde in Rostock für mehr Vielfalt in der Gesellschaft werben. Die Kulturtage finden im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungen zu "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" statt, wie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Rostock, Juri Rosov, sagte. "Es ist uns wichtig, die vielfältige jüdische Kultur zu präsentieren und die Tür des Gemeindehauses zu öffnen. Wir sind ein Teil dieser Stadtgesellschaft."

Beim Eröffnungskonzert im Volkstheater am Samstag war der Sänger Vladimir Korneev zu Gast. Unter dem Titel "Youkali" sang er Werke des jüdischen Komponisten Kurt Weill (1900–1950). Im Rahmen der bis zum 7. November dauernden Kulturtage gibt es mehrere Konzerte, Lesungen und Ausstellungen.

"Kunst überwindet Grenzen und baut Vorurteile ab", sagte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU). Der große Zuspruch für die Veranstaltungsreihe sei ein Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen verstünden, wie wichtig es sei, eine Kultur zu erleben, die auf den ersten Blick ungewohnt erscheine. "Genau diese Art des Erlebens ist so wichtig, um die Toleranz und das Verständnis füreinander zu fördern." Sie mache der zunehmende Antisemitismus wütend, betonte Hoffmeister. Es sei wichtig gegenzuhalten. "Antisemitismus muss vom Rechtsstaat ohne Wenn und Aber verfolgt und verurteilt werden."

Volkstheater-Intendant Ralph Reichel hob die Anstrengungen hervor, die Rostock in den vergangenen Jahrzehnten gemacht und sich gegen Rassismus gestemmt habe. "Wir müssen in der Stadtgesellschaft, in unserem Leben hinterlegen, dass wir zusammenarbeiten." Er lud die jüdische Gemeinde ein, im Volkstheater für Kinder zu spielen.

Die Jüdische Gemeinde in Rostock hat laut Rosov mehr als 500 Mitglieder, dazu kämen noch einmal rund 1000 Assoziierte. Diese seien jüdischen Glaubens, dürften aber wegen bestimmter Vorschriften der Religion nicht wählen oder gewählt werden. Die meisten Juden in Rostock hätten einen osteuropäischen Hintergrund, dies gelte aber nicht mehr für die nachwachsende Generation.

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