Sie sind hier: Home > Regional >

Pläne für schnelleren Kohleausstieg: Kritik aus Brandenburg

Potsdam  

Pläne für schnelleren Kohleausstieg: Kritik aus Brandenburg

15.10.2021, 16:09 Uhr | dpa

Pläne für schnelleren Kohleausstieg: Kritik aus Brandenburg. Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Das gemeinsame Ziel von SPD, Grünen und FDP nach einem schnelleren Kohleausstieg idealerweise bis 2030 stößt in Brandenburg auf Widerstand. "Der geplante Bruch des Kohlekompromisses ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen in der Lausitz", teilte CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann am Freitag mit. "Der nun beabsichtigte Ausstieg schon 2030 wäre ein harter Einschnitt für die gesamte Region." Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) müsse bei den Koalitionsverhandlungen darauf dringen, dass an dem breit verhandelten Kompromiss bis 2038 festgehalten werde. Die Lausitz in Südbrandenburg ist stark vom Braunkohleausstieg betroffen.

Woidke hatte im September davor gewarnt, dass ein vorgezogener Kohleausstieg die Energiesicherheit in Gefahr bringen könnte. "Einige versuchen, hier eine schnelle Ausstiegsstimmung zu erzeugen, verschweigen aber, dass wir noch weit davon entfernt sind, eine Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen für ganz Deutschland sicherstellen zu können", sagte er der dpa.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte sich bei einem Besuch in der Lausitz im August gegen ein Vorziehen des Kohleausstiegs in Deutschland ausgesprochen und auf die Vereinbarungen von 2019 verwiesen. Er sieht aber auch Spielraum für ein Ende vor 2038.

SPD, Grüne und FDP streben einen schnelleren Ausstieg an. "Zur Einhaltung der Klimaschutzziele ist auch ein beschleunigter Ausstieg aus der Kohleverstromung nötig. Idealerweise gelingt das schon bis 2030", heißt es in einem gemeinsamen Papier zu den Ergebnissen der Sondierungen. Bisher ist der Kohleausstieg bis spätestens 2038 geplant, möglich wäre er nach mehreren Prüfschritten aber auch schon 2035.

Beschäftigte des Energiebetreibers Leag zeigten sich alarmiert. Vom Konzernbetriebsrat hieß es am Freitag in einer Mitteilung: "Unsere Botschaft an die Verhandlungsdelegationen ist kurz und klar: Hände weg vom Kohleausstiegsgesetz! Wir erwarten auch von der neuen Bundesregierung Gesetzes- und Vertragstreue." Mit Blick auf den Beginn des Winterhalbjahres warnten die Arbeitnehmervertreter davor, weiter an der Kohleausstiegsschraube zu drehen. Gerade jetzt sei sichere, aber auch bezahlbare Strom- und Wärmeversorgung wichtig.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: