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Corona-Notbremse: Rekord-Infektionsgeschehen in Bayern

Rosenheim  

Corona-Notbremse: Rekord-Infektionsgeschehen in Bayern

29.10.2021, 12:51 Uhr | dpa

Corona-Notbremse: Rekord-Infektionsgeschehen in Bayern. FFP2-Masken

FFP2-Masken mit CE-Zertifizierung liegen auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Illustration (Quelle: dpa)

Unter dem Eindruck von Corona-Infektionszahlen in Rekordhöhe haben besonders betroffene Gegenden in Südbayern die Notbremse gezogen und die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandeme verschärft. In den Landkreisen Mühldorf am Inn, Altötting, Traunstein, Berchtesgadener Land und Miesbach sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim gelten ab 1. November schärfere Bestimmungen zur Maskenpflicht und zur Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen.

Wo bisher einfache Maskenpflicht besteht, gebe es künftig die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Das gelte unter anderem für Supermärkte, Freizeiteinrichtungen sowie für Busse und Bahnen, teilten die Kommunen am Freitag mit. Wer nicht geimpft oder genesen ist (2G), erhält keinen Zutritt mehr zu Diskotheken und Clubs. Ein negativer PCR-Test ersetzt den Nachweis der Impfung oder der überstandenen Erkrankung ausdrücklich nicht mehr.

Die betroffenen Kommunen stehen mit Sieben-Tage Inzidenzen von teils weit über 500 - in Mühldorf am Inn von 644 - bundesweit an der Spitze was das Infektionsgeschehen betrifft. Die Krankenhäuser sind bereits jetzt in Teilen überlastet. Die Corona-Ampel, die bayernweit noch grünes Licht zeige, stehe etwa in Rosenheim bereits auf Rot, teilte die Stadtverwaltung mit.

"Die jetzt getroffenen Maßnahmen sind angesichts der hohen Belastung der RoMed-Kliniken mit Covid-Patienten leider unumgänglich", sagte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Er räumte ein, dass die Impfbereitschaft in seiner Stadt im Vergleich zum landesweiten Mittel unterdurchschnittlich entwickelt sei und rief seine Mitbürger zur Impfung auf.

Mühldorfs Landrat Max Heimerl. "Wir wollen in der gesamten Region die Sicherheit in den Innenräumen erhöhen, um die Zahl der Infektionen, deren Weiterverbreitung und damit der Krankenhauseinweisungen zu verringern", sagte Mühldorfs Landrat Max Heimerl. Er zeigte sich erfreut, dass ein abgestimmtes Vorgehen in der gesamten Region möglich geworden ist.

Im Rest Bayerns bleiben die bisherigen Regelungen zunächst bestehen - auch für Kinder und Jugendliche in den Herbstferien. Schüler gelten auch in der Ferienwoche grundsätzlich als getestet - der Schülerausweis oder bei kleineren Schulkindern auch nur das Alter reichen als Nachweis zur Erfüllung der 3G-Regel aus, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag bestätigte.

Bayernweit wurde am Freitag ein neuer Rekord bei der Sieben-Tage-Inzidenz gebrochen. Sie lag im Freistaat nach Angaben des Robert Koch-Insititutes bei 221,9 und damit höhere als je zuvor. Die Krankenhaus-Ampel, mit der die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen erfasst wird, steht in Bayern dagegen noch auf Grün. Allerdings rückt auch hier ein Umspringen näher. Die Zahl der Hospitalisierten mit Corona stieg am Freitag auf 486 - bei 1200 würde die Ampel auf Gelb springen. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen gab das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit 387 an - bei 600 Corona-Intensivpatienten würde die Ampel Rotlicht zeigen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneuerte nach Sitzung seines Parteivorstandes seine Forderung vom Vortag, die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie wieder zu verschärfen - etwa bei der Maskenpflicht für Schulkinder oder beim Heraufstufen der Sicherheitsstandards für öffentliche Veranstaltungen - etwa von 3Gplus auf 2G. Entsprechende Beschlüsse sollen am Mittwoch bei einer Sondersitzung seines Kabinetts gefasst werden. Ziel müsse es sein, einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Die Opposition wirft Söder zu lange Untätigkeit vor. "Die Infektionen mit dem Corona-Virus steigen seit zehn Tagen sehr stark an, Ministerpräsident Söder kündigt heute nun erst für den kommenden Mittwoch Beschlüsse an", sagte die SPD-Gesundheitsexpertin im Landtag, Ruth Waldmann. "Die Staatsregierung hat aus dem letzten Winter nichts gelernt."

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