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Ex-AfD-Abgeordneter kehrt an Uni zurück

Greifswald  

Ex-AfD-Abgeordneter kehrt an Uni zurück

02.11.2021, 13:11 Uhr | dpa

Ex-AfD-Abgeordneter kehrt an Uni zurück. Rechtswissenschaften der Universität in Greifswald

Ein Schild mit dem Schriftzug „Rechts-und Staatswissenschaftliche Fakultät“. Foto: Stefan Sauer/dpa (Quelle: dpa)

Drinnen lernen Erstsemester Rechtsgeschichte, draußen skandieren Hunderte Sprechchöre - Proteste haben am Dienstag die erste Vorlesung des ehemaligen AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber nach seiner Rückkehr aus der Landespolitik begleitet.

"Kein Recht für Rechts" oder "Keine Toleranz für Intoleranz" war auf Schildern zu lesen. Unter den Demonstrierenden war auch die hiesige SPD-Bundestagsabgeordnete Anna Kassautzki. Sie wolle ein klares Zeichen setzen, "dass wir Nazis und Faschos nicht an der Uni haben wollen." Weber habe zwar das Recht, seine Vorlesung zu halten. "Aber es zwingt auch niemand die Studierenden hinzugehen." Weber habe sich als Rechtsaußen in der AfD "nicht mal einen Schafspelz angezogen".

Weber trug unterdessen eine rote Krawatte mit weißen Schafen und betrat den Hörsaal in Greifswald über einen Hintereingang. Das sei normalerweise nicht seine Art, sagte er und winkte wenig später aus dem Fenster den Protestierenden zu. Zuvor hatte er gesagt: "Ich halte das sonst so wie ich es die 20 Jahre vor meiner Landtagszeit gehalten habe: Vorlesung und Politik sind strikt getrennt."

Laut Polizei waren bis zu 530 Menschen dem Protestaufruf gefolgt. Die Veranstalter sprachen von deutlich mehr Teilnehmern. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit etwa 80 Beamten im Einsatz. Sie hatte Absperrgitter vor dem Hörsaalgebäude aufgestellt und die Straße für den Verkehr gesperrt. Auch die Universität selbst hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes standen an Eingängen zum Universitätsgelände.

Rektorin Katharina Riedel zeigte sich zufrieden. Weber habe wie vom Beamtenrecht vorgesehen an die Universität zurückkehren können. Die Demonstranten hätten friedlich demonstriert. Künftige Sicherheitsvorkehrungen hingen von der Situation ab. "Ich gehe davon aus, dass sich die Situation entspannen wird."

Auch in Zukunft wolle man mit Alternativen gewährleisten, "dass Studierende eben nicht die Vorlesung von Weber besuchen müssen, um ihr Jurastudium erfolgreich absolvieren zu können". Das war eine Forderung aus der Studierendenschaft vor der Rückkehr Webers gewesen.

Laut Uni nahmen etwa 70 Studierende an der Vorlesung teil. Wegen Corona seien in Präsenz zu der Hybrid-Vorlesung maximal 90 zugelassen. Mehrere Erstsemester sagten vor Betreten des Gebäudes, sie wollten sich zunächst selbst ein Bild von Weber machen.

2016 war Weber für die AfD in den Landtag eingezogen. Zuletzt war er von der Partei nicht mehr aufgestellt worden und am Dienstag ausgetreten.

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