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Pedelec-Kurse für Senioren für mehr Sicherheit auf Straßen

Laatzen  

Pedelec-Kurse für Senioren für mehr Sicherheit auf Straßen

03.11.2021, 12:46 Uhr | dpa

Noch etwas zögerlich lenkt Sigrun Lampe ihr Pedelec durch den Slalomkurs auf dem Verkehrsübungsplatz in Laatzen bei Hannover. Sie und acht weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben sich an einem von der Polizei Hannover und dem ADAC organisierten Pedelec-Kurs für Senioren angemeldet. Die 68-Jährige aus Lehrte will in Zukunft ihr Zweirad mit Elektromotor-Unterstützung besser unter Kontrolle haben.

"Es ist nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Handling. Enge Kurven zu fahren, ist deutlich anders, und das Gewicht ist auch nicht zu unterschätzen", so Lampe.

Die Polizei und der ADAC haben schon seit einigen Jahren erkannt, dass gerade ältere Pedelec-Fahrer besonders gefährdet sind. "Viele Senioren haben durch die Pedelecs wieder eine neugewonnene Mobilität", sagt ADAC-Verkehrsexperte Felix Kaufmann. Gleichzeitig nehme mit dem Alter aber auch die Unfallschwere zu. "Wenn ein 25-Jähriger auf die Schulter stürzt, ist es nur eine Prellung. Bei einem 85-Jährigen ist die Schulter mit höherer Wahrscheinlichkeit dann gebrochen", so Kaufmann. Deswegen kam im letzten Jahr die Idee für spezielle Senioren-Kurse.

Bevor es auf den Parcours mit unterschiedlichen Stationen geht, wird erst bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen geschaut, ob der Fahrradhelm richtig sitzt und die Sattelhöhe stimmt. "Vorher haben viele von denen jahrelang ihr Fahrrad genutzt, mit einer Geschwindigkeit von zwölf bis fünfzehn Stundenkilometern. Und jetzt steigen sie auf ein Pedelec und können dann auf einmal bis zu 25 Stundenkilometer fahren", erläutert Hans-Peter Schütte, Verkehrssicherheitsberater der Polizei Hannover. "Wir üben aber auch das richtige Bremsen, damit man in Gefahrensituationen sicher zum Stehen kommt", so Schütte.

Waltraud Hupe aus Laatzen ist erst im September von ihrem normalen Fahrrad auf ein Pedelec umgesattelt und fühlt sich manchmal noch nicht ganz wohl: "Wenn die Wege ein bisschen schmal sind, bin ich unsicher. Bei Gegenverkehr steige ich dann lieber ab", erzählt die 71-Jährige.

Karl-Heinz Holstein aus Laatzen ist schon seit fünf Jahren mit seinem Pedelec unterwegs und hat schon Tausende Kilometer damit zurückgelegt. Meistens ist auch sein Hund in einem Anhänger dabei: "Insofern muss ich natürlich auch immer doppelt aufpassen", sagt Holstein. Zwar fühle sich der 75-Jährige im Straßenverkehr recht sicher, man könne aber immer etwas dazulernen.

Neben einem engen Slalomkurs gibt es auf dem Parcours auch eine Übung für den Schulterblick und eine Bremsübung. Hans-Peter Schütte lässt dabei plötzlich ein kleines Verkehrshütchen vor die Pedelecs fallen, vor dem die Fahrer und Fahrerinnen rechtzeitig bremsen müssen. Der Polizist ist sehr zufrieden mit dem Programm. "Unser ältester Teilnehmer war 87 Jahre alt, der hat das auch geschafft", so Schütte.

Einer Umfrage des Energieversorgers Eon zufolge, besitzen 26 Prozent der Niedersachsen ein Pedelec beziehungsweise ein E-Bike. Bundesweit sind es 20,8 Prozent, darunter vor allem ältere Menschen über 65 Jahren. Nach Angaben der Polizei gibt es in den letzten Jahren aber auch vermehrt schwere Unfälle mit den Zweirädern. So waren es beispielsweise im Jahr 2019 landesweit 1147 Verletzte Pedelec-Fahrer, ein Jahr später schon 1480. "Weil die Pedelecs eben nicht mal einfach so gefahren werden können, sondern weil man schon vorbereitet sein muss, damit man sie eben sicher beherrscht im Straßenverkehr", sagt ADAC-Pressesprecherin Alexandra Kruse.

Nach einigen Übungen fährt Sigrun Lampe schon deutlich sicherer mit ihrem Pedelec, dessen Elektromotor erst dann einsetzt, wenn der Fahrer oder die Fahrerin in die Pedale tritt. Sie hat bereits viel gelernt: "Dass man sich trauen muss, in Kurven wirklich einzuschlagen, man mit den Bremsen spielen muss und man lernen muss, die Geschwindigkeit zu kontrollieren."

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