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Pinguin-Drohnen sollen in Schwärmen Meere erforschen

Stralsund  

Pinguin-Drohnen sollen in Schwärmen Meere erforschen

11.11.2021, 14:23 Uhr | dpa

Die Humboldt-Pinguine auf dem Dach des Ozeaneums in Stralsund sind am Donnerstag auf einen besonderen Verwandten gestoßen: Der Direktor des Deutschen Meeresmuseums hat ihnen und Pressevertretern eine Unterwasserdrohne in Pinguin-Form "vorgestellt". In Schwärmen sollten die Geräte künftig weltweit vor allem kleinere Ozeanwirbel erforschen, erklärte Direktor Burkard Baschek. Diese seien wichtig für die Entstehung kleinster Meereslebewesen - dem Phytoplankton -, die wiederum große Mengen Sauerstoff produzierten.

"Plakativ gesagt, ist jeder vierte Atemzug, den wir überall an Land nehmen, durch die Wirbel angetrieben." Um diesen flüchtigen Wirbeln besser auf die Spur zu kommen, müsse man schnell messen - hier kommen die Drohnen ins Spiel.

Rudolf Bannasch ist mit seiner Bionik-Firma EvoLogics an der Entwicklung der Unterwasserdrohnen beteiligt. Er hat nach eigener Aussage selbst mehr als 20 Jahre zu Pinguinen geforscht. Diese hätten einen 20 bis 30 Prozent geringeren Wasserwiderstand als die besten technischen Körper. "Wir habe gelernt, das nachzubauen." Das Geheimnis liege in der Wellenform ihrer Konturen. Wenn ein Pinguin Benzin tanken könnte, statt Krill zu fressen, könnte er mit einem Liter Benzin 1500 Kilometer in der kalten Eissee schwimmen, sagte Bannasch.

Die Pinguin-Drohnen sind batteriebetrieben und sollen etwa knapp 20 Kilometer pro Stunde im Wasser schaffen. Sensoren im Inneren sollen zum Beispiel Temperatur, Leitfähigkeit, Nähr- und Sauerstoffgehalt in Ozeanwirbeln messen. Die Mitglieder eines Schwarms sollen mit akustischen Signalen untereinander und mit den Forschern an der Meeresoberfläche kommunizieren.

Im Stralsunder Hafenbecken fielen die Tests am Donnerstag noch etwas einfacher aus. Von einem Boot aus wurde ein zweiter Prototyp mit einer Leine durch das Wasser gezogen, während Forscher an Land die übertragenen Daten auswerteten. Die vier Propeller, die sich eigentlich am Ende des Geräts befinden, seien für die Teste abgebaut worden, erklärte Martina Heineke vom Helmholtz-Zentrum Hereon, das ebenfalls an der Entwicklung beteiligt ist. Stattdessen seien Referenzsensoren angebracht worden, die wiederum die Arbeit der eigentlichen Sensoren überprüften.

Baschek, ehemals am Helmholtz-Zentrum beschäftigt, denkt schon weiter: "Ich möchte mit denen auch wirklich Messungen unterm Eis machen." Irgendwann sollten Schwärme weitgehend eigenständig agieren und etwa im Zusammenspiel mit Satelliten Messungen durchführen. "Das ist aber Zukunftsmusik."

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