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Corona-Infektionen an Schulen: Vorwürfe von Landeselternrat

Rostock  

Corona-Infektionen an Schulen: Vorwürfe von Landeselternrat

17.11.2021, 14:47 Uhr | dpa

Corona-Infektionen an Schulen: Vorwürfe von Landeselternrat. Corona und Schulen

"Coronavirus" steht auf einer Tafel in einem leeren Klassenzimmer. Foto: Armin Weigel/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Corona stellt die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vor wachsende Probleme. In Schwerin waren mit Stand Mittwoch drei komplette Schulklassen in Quarantäne, im Landkreis Rostock acht. Der Landkreis Vorpommern-Rügen schickte allein an diesem Tag fünf Klassen nach Hause. Das berichteten Sprecher der Kommunen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Landeselternrat warf der Politik in Mecklenburg-Vorpommern angesichts der Situation Versagen vor. "Ich bin entsetzt, dass wir jetzt dieselben Diskussionen führen wie vor einem Jahr", sagte der Vorsitzende Kay Czerwinski. Die Politik sei nicht in der Lage gewesen, Schlüsse aus der Krise im vergangenen Jahr zu ziehen und die Schulen pandemiefest zu machen.

Es sei bezeichnend, dass die flächendeckende Ausstattung der Schulen in MV mit Luftfiltergeräten als zu teuer eingeschätzt worden sei, "Sonst ist nie etwas zu teuer, nur wenn es um Schule und Kinder geht, dann ist das so", kritisierte Czerwinski.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen betrug am Dienstag bei den Sechs- bis Elfjährigen in MV 427,6, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Bei den Zwölf- bis Siebzehnjährigen erreichte der Wert demnach 303,7. In der Gesamtbevölkerung lag die Sieben-Tage-Inzidenz "nur" bei 193,8. Sie steht für die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

Czerwinski forderte, die Schulen und auch die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern offen zu halten. Dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter Schülern so hoch angegeben werde, liege auch daran, dass diese Gruppe mit am häufigsten getestet werde - zweimal pro Woche.

Von den rund 152 000 Schülern im Land waren mit Stand Mittwoch 318 infiziert. Am Tag zuvor waren es 263 und vor einer Woche 235. In Quarantäne sind deutlich mehr. Allein im Landkreis Nordwestmecklenburg waren mit Stand Mittwoch nach Angaben eines Sprechers 148 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren in häuslicher Quarantäne - "davon 68 positiv getestete Personen und 80 enge Kontaktpersonen". Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte meldete rund 100 Schüler in häuslicher Isolation, weil sie an Corona erkrankt, positiv getestet oder eine enge Kontaktperson seien. Komplette Klassen werden nach Hause geschickt, wenn es mindestens drei nachgewiesene Corona-Infektionen gibt.

Czerwinski gab zu bedenken, dass Kinder und Jugendliche fast nie schwer an Covid-19 erkrankten. Die Schäden durch Schulschließungen und die Schließung von Freizeitangeboten seien um ein Vielfaches größer. Er forderte eine zentrale "digitale Schule" für die Kinder in Quarantäne. Wechselunterricht, um die Kontakte zu begrenzen, sei in MV nicht umsetzbar. "Dafür fehlen uns schlicht die Lehrer, das wissen wir aus dem Vorjahr."

Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) betonte, die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern seien gut vorbereitet, um auch bei steigenden Infektionszahlen Präsenzunterricht zu ermöglichen. Ziel der Landesregierung sei es, den Präsenzunterricht abzusichern und flächendeckende präventive Schulschließungen zu verhindern. "Es werden keine pauschalen Stufen mehr vorgegeben, die automatisch landes- oder kreisweite Schulschließungen oder flächendeckenden Wechselunterricht auslösen", erklärte die Ministerin. "Statt pauschaler Regelungen für die Landkreise und kreisfreien Städte treffen die örtlichen Gesundheitsbehörden Entscheidungen über notwendige Schutzmaßnahmen, die sich auf eine Region, Schule oder Jahrgangsstufe einer Schule beschränken können. Sie entscheiden damit auch, wann bei einer steigenden Zahl an Infektionsfällen gegebenenfalls Wechsel- oder Distanzunterricht erfolgen muss."

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