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Corona-Werte steigen: Leopoldina für Kontaktbeschränkungen

Halle (Saale)  

Corona-Werte steigen: Leopoldina für Kontaktbeschränkungen

27.11.2021, 13:17 Uhr | dpa

In Sachsen-Anhalt hat die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen wieder einen großen Sprung gemacht - dieses Mal über die Marke von 700. Am Samstag lag der Wert bei 716,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nach 686,8 am Vortag, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Samstag voriger Woche hatte die Inzidenz noch bei 468,9 gelegen. Bundesweit gab das RKI einen Wert von 444,3 an. Angesichts des exponentiellen Anstiegs der registrierten Neuinfektionen empfahl die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina für Deutschland sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene.

"Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren", heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme. "Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen."

Die Impfkampagne müsse massiv verstärkt und eine Impfpflicht stufenweise eingeführt werden. Insgesamt sollten bis Weihnachten neben Erst- und Zweitimpfungen rund 30 Millionen Drittimpfungen ermöglicht werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt kritisierte am Samstag, dass nun weniger Biontech-Impfstoff zur Verfügung steht als geplant. Praxen bekämen weniger als bestellt und könnten auch nicht nachbestellen. Die kurzfristigen Änderungen und Regelungen auf Bundesebene gefährdeten die Impfaktion.

Zwar könne der gleichwertige mRNA-Impfstoff von Moderna ohne Mengenbegrenzung bestellt werden, dieser habe in den Praxen bislang aber kaum eine Rolle gespielt. Somit steige der Beratungsbedarf. Das koste Zeit, die für das Impfen, Testen und Behandeln fehle, so die Kassenärztliche Vereinigung weiter.

Die Experten der Leopoldina, zu denen auch der Berliner Virologe Christian Drosten zählt, empfehlen strikte Kontaktreduzierungen im privaten Bereich, in Innenräumen und Situationen mit vielen Menschen, etwa bei Veranstaltungen, in Bars und Clubs. Wo sich persönliche Kontakte nicht vermeiden ließen, müsse eine generelle Maskenpflicht gelten. Die 2G-Regeln müssten konsequent durchgesetzt und auch die AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) eingehalten werden.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche empfiehlt die Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien und regelmäßige Corona-Tests mindestens dreimal pro Woche. In Sachsen-Anhalt wurden die Ferien bereits auf drei Wochen verlängert, letzter Schultag soll der 17. Dezember sein, zuvor wäre es der 21. Dezember gewesen. Zudem empfiehlt die Leopoldina, dass Lehrer und Schüler während des gesamten Aufenthalts in den Schulen Masken tragen. "Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden."

Die Zahl coronapositiver Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte steigt in Sachsen-Anhalt unterdessen weiter stark an. Jeweils rund drei Prozent von ihnen waren zum Stichtag am Donnerstag infiziert, wie aus einer online veröffentlichten Statistik des Bildungsministeriums hervorgeht. Demnach meldeten 737 Schulen im Land zusammen 6052 aktuell infizierte Schüler, in der Vorwoche waren es knapp 3700 gewesen. Der Anteil stieg somit von 1,85 auf 2,92 Prozent. Die Zahl der als infiziert gemeldeten Lehrkräfte erhöhte sich von 295 (1,94 Prozent) auf nun 487 (3,08 Prozent).

Die Werte bedeuten massive Einschränkungen des Schulbetriebs. An 69 von 737 meldenden Schulen befinden sich den Angaben zufolge wegen aktueller Covid-19-Fälle Klassen oder Lerngruppen im Distanzunterricht. Das entspricht 9,36 Prozent.

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