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Saar-AfD macht Kai Melling zum Spitzenkandidaten

Blieskastel  

Saar-AfD macht Kai Melling zum Spitzenkandidaten

28.11.2021, 14:05 Uhr | dpa

Die AfD im Saarland zieht mit Kai Melling an der Spitze in den Landtagswahlkampf. Auf einer Mitgliederversammlung in Blieskastel setzte sich der 52-Jährige am Sonntag in einer Stichwahl um Platz eins der Landesliste mit 70 Stimmen durch. Sein Gegenkandidat Carsten Becker (31) kam auf 64 Stimmen. Im Saarland wird am 27. März kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt. Es ist die erste Landtagswahl nach der Bundestagswahl vom September.

Melling ist Generalsekretär der Saar-AfD. Er hatte die Partei zuvor dazu aufgerufen, parteiinterne Streitigkeiten zu überwinden. In seiner Rede kritisierte er "die absurden und menschenverachtenden Corona-Regeln", die derzeit gelten würden. Deutschland werde "von der Pharmaindustrie regiert" und die saarländische "hü- und hott-Politik" helfe den Menschen "kein Stück", sagte er.

Um den Spitzenplatz der AfD waren zudem der Fraktionsgeschäftsführer Dieter Müller (66) und Landesschatzmeister Edgar Huber (64) ins Rennen gegangen. Sie schieden nach dem ersten Wahlgang aus. Auf Platz zwei der Landesliste wurde Boris Huebner (51) gewählt.

Bei der Landtagswahl im März 2017 hatte die AfD im Saarland 6,2 Prozent der Stimmen bekommen und war mit drei Abgeordneten erstmals in den Saar-Landtag eingezogen. Abgeordneter Lutz Hecker (52) war aber im Sommer 2020 im Streit aus der Fraktion ausgeschlossen worden. Seitdem sitzt er als fraktionsloser Abgeordneter im Landesparlament. Das Saarland wird seit 2012 von einer CDU-SPD-Koalition unter Führung der CDU regiert.

AfD-Landesvorsitzender Christian Wirth sagte, man strebe bei der Landtagswahl neun bis zehn Prozent an. Der Jurist war im Oktober 2020 zum Landeschef gewählt worden, nachdem ein halbes Jahr zuvor der Landesvorstand vom AfD-Bundesvorstand wegen innerparteilicher Streitigkeiten abgesetzt worden war. Wirth hatte damals einen Neustart angekündigt: "Im Großen und Ganzen denke ich, dass es sich so langsam normalisiert", sagte er am Sonntag. Die Partei zählt laut Wirth derzeit rund 450 Mitglieder.

Aber natürlich gebe es bei der Aufstellung von Kandidatenlisten immer auch "Machtkämpfe", sagte er. Er sieht die Partei "gedrittelt": Eine Gruppe gebe es um seine Person, eine Gruppe um Partei-Vize Christoph Schaufert und eine dritte um "die alte Kader". Josef Dörr (83) hatte seit 2015 bis zur Zwangspause im März 2020 an der Parteispitze das Sagen. Er sitzt derzeit als Fraktionschef im Landtag des Saarlandes. Er tritt bei der Wahl nicht mehr an, ebenso nicht wie sein Stellvertreter im Landtag, Rudolf Müller.

Der saarpfälzische Kreisvorsitzende Markus Loew tritt im Wahlkreis Neunkirchen als Spitzenkandidat an, René Selzer im Wahlkreis Saarbrücken und der Elektroniker Carsten Becker für den Wahlkreis Saarlouis. Im Saarland gibt es drei Wahlkreise.

Nach der Stichwahl um den zweiten Platz der Landesliste war auf der Versammlung ein heftiger Streit ausgebrochen. Da einige Mitglieder beim Wahlgang angeblich vor geschlossener Tür ausgeschlossen waren, wollte der Versammlungsleiter die Wahl wiederholen. Dagegen wehrten sich etliche Mitglieder lautstark. Daraufhin ließ der Versammlungsleiter darüber abstimmen, ob wiederholt werden sollte oder nicht. Die Mehrheit war gegen eine Wiederholung.

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