Sie sind hier: Home > Regional >

Autozulieferer Schaeffler schließt Werk in Brandenburg

Luckenwalde  

Autozulieferer Schaeffler schließt Werk in Brandenburg

03.12.2021, 14:47 Uhr | dpa

Autozulieferer Schaeffler schließt Werk in Brandenburg. Schaeffler

Vor dem Eingang des Schaeffler-Werks in Luckenwalde steht ein Schild mit dem Logo des Unternehmens. Foto: Christophe Gateau/dpa/Bildarchiv (Quelle: dpa)

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler schließt sein Werk im brandenburgischen Luckenwalde. In 15-monatigen Verhandlungen mit einem potenziellen Investor und den Belegschaftsvertretern sei kein gangbarer Weg für eine Fortführung des Standortes gefunden worden, sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld am Freitag. Der Standort Luckenwalde fertige bisher ausschließlich Teile für Verbrenner-Fahrzeuge in der Automobilindustrie. Schaeffler richtet seine Autosparte mehr und mehr auf Elektroantriebe aus. Im Werk in Luckenwalde sind nach Unternehmensangaben rund 330 Mitarbeiter beschäftigt.

Für den Standort Luckenwalde müssten nun die Gespräche über einen Interessenausgleich beginnen. "Wir werden das fair machen", sagte Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden so vielen Beschäftigten wie möglich einen Arbeitsplatz an anderen Lokationen innerhalb des Konzerns anbieten", erklärte er.

Der Betriebsrat in Luckenwalde reagierte mit Unverständnis auf die Schließungsentscheidung. Das Werk sei profitabel. "Noch immer fragen wir uns, warum man sich nach drei Jahrzehnten von einem profitablen, kostengünstigen und innovativen Betrieb trennt", sagte Betriebsratsvorsitzender Frank Hildebrandt.

"Der Schaeffler-Vorstand sieht die Produkte in Luckenwalde für den Verbrennungsmotor langfristig als Auslaufmodell", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Ulrich Schoepplein. Damit ziehe sich Schaeffler nach Jahren sicherer Gewinne weiter aus den neuen Bundesländern zurück: 2019 sei das Werk Kaltennordheim (Thüringen) verkauft und inzwischen geschlossen worden, jetzt werde auch Luckenwalde geschlossen. "Wir beobachten mit Sorge, dass neue Produkte in der Transformation überwiegend in Osteuropa angesiedelt werden", sagte er.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zeigte sich enttäuscht und bedauerte die Schließung sehr. "Insbesondere scheint es nicht gelungen zu sein, ausreichend Vertrauen in der Belegschaft in einen möglichen Investor zu erzeugen", teilte er in Potsdam mit. "Wir erwarten vom Unternehmen und der Belegschaftsvertretung, dass die nun anstehenden Gespräche zum Interessenausgleich und Sozialplan fair geführt werden." Der Bedarf an Fachkräften lasse hoffen, dass ein überwiegender Teil der Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt gut unterkommen könne.

Für Schaeffler ist die Entscheidung zur Schließung des Standortes Luckenwalde der Abschluss eines Konsolidierungsprogrammes, das an zwölf Standorten in Deutschland die Schließung, den Verkauf oder die vollständige oder teilweise Verlagerung von Produktion umfasste. In der Summe sollten 4400 Stellen abgebaut werden.

Gleichzeitig sei aber an anderen Stellen Kapazität aufgebaut worden, sagte Rosenfeld - etwa bei der Fertigung von Komponenten für Elektroautos in Bühl (Baden-Württemberg) oder beim Aufbau eines Technologiezentrums am Hauptsitz in Herzogenaurach.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: