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Energietag beleuchtet Wandel zu Klimafreundlichkeit

Von dpa
12.05.2022Lesedauer: 3 Min.
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Der Hauptsaal der Brandenburgischen Technischen UniversitĂ€t Cottbus-Senftenberg (BTU) hĂ€tte voller nicht sein können. Beim Energietag des Wirtschaftsministerium und der UniversitĂ€t stand auch mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die derzeitige Energieversorgung die drĂ€ngende Frage im Fokus, wie eine klimafreundliche Transformation der Wirtschaft gelingen kann. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sprach zu Beginn auch gleich Klartext: Die heimische Industrie muss nach seinen Worten damit rechnen, dass sich die Anforderungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes verschĂ€rfen.

Unternehmen sollten sich bereits heute auf steigende Anforderungen einstellen und alle Möglichkeiten der Energieeffizienz, Treibhausgas-reduzierter Technologien und innovativer Fertigungsprozesse nutzen, appellierte der Energieminister am Donnerstag in Cottbus. Es mĂŒsse einen MentalitĂ€tswechsel geben.

Die Landesregierung arbeitet derzeit an einem Klimaplan, um Brandenburg bis 2045 klimaneutral zu machen. Noch sei nicht absehbar, welche konkreten Maßnahmen der Klimaplan fĂŒr die heimische Industrie vorsehe, sagte Steinbach.

Nach PlĂ€nen der rot-schwarz-grĂŒnen Koalition in Brandenburg soll der Ausbau der Öko-Energien deutlich beschleunigt werden. Die Fraktionen von SPD, CDU und GrĂŒnen einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf höhere Ziele fĂŒr den Ausbau und auf eine Solarpflicht, die zunĂ€chst fĂŒr geeignete öffentliche und gewerbliche GebĂ€ude sowie fĂŒr ParkplĂ€tze gelten soll. In wenigen BundeslĂ€ndern gibt es bisher eine solche Pflicht - in unterschiedlichem Ausmaß.

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Auch die Windkraft wird weiter vorangetrieben. "Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 11,5 GW (Gigawatt) aus Windenergieanlagen als KapazitĂ€tsausbauziel erreicht werden", heißt es in dem Antrag, der der dpa und der "MĂ€rkischen Allgemeinen" vorlag. Bisher waren 10,5 Gigawatt als Ziel ausgegeben.

Brandenburg ist Steinbach zufolge in einer "privilegierten" Situation. Das Land habe schon frĂŒh auf erneuerbare Energien gesetzt und im vergangenen Jahr 94 Prozent des Stroms daraus gespeist, so Steinbach. Bundesweit seien es 46 Prozent, die in 35 Jahren erreicht worden seien, rechnete er vor. Nun mĂŒsse die Transformation "im Zeitraffer" geschafft werden. "Die Lausitz kann ein Schwergewicht werden, um das zu erreichen", betonte der Wirtschaftsminister.

Von der Politik wĂŒnsche er sich die notwendige Reform der Netzentgelte, sagte der Wirtschaftsminister. Im Augenblick zahle Brandenburg den höchsten Betrag bundesweit.

Bei der Veranstaltung sprachen auch Vertreter großer Unternehmen in der Region, darunter BASF. "Wir mĂŒssen uns vor allem auf das Unbekannte einlassen", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Chemiekonzerns am Standort Schwarzheide, JĂŒrgen Fuchs. Das Unternehmen sei bereits mitten in der Transformation, GeschĂ€ftmodelle und Strategien seien im Wandel. Der Chemiekonzern beginnt Fuchs zufolge zum Jahresende mit der Batterieproduktion.

Investiert werde beispielsweise in neue Hochleistungskunststoffe, auch Studien ĂŒber biobasierte Stoffe wĂŒrden berĂŒcksichtigt. Zudem investiere der Konzern in Schwarzheide sowohl in neue als auch in bestehende Anlagen, um auf erneuerbare Energien umzurĂŒsten. Überdies sei die Modernisierung des standorteigenen Gas- und Dampfkraftwerks abgeschlossen. Dadurch werde der CO2-Ausstoß um 16 Prozent gesenkt, erklĂ€rte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer.

FĂŒr die Zukunft brauche es aber Rahmenbedingungen wie die Infrastruktur fĂŒr Stromnetze, Wasserstoffinfrastruktur sowie schnellere Genehmigungen fĂŒr Projekte und Vorhaben. Wichtig sei vor allem ein Schulterschluss mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

BTU-PrĂ€sidentin Gesinde Grande sieht die Uni als Innovationsgeber fĂŒr den Wandel, die mit Partnern aus Forschenden und Wirtschaft gemeinsam an praxisnahen Lösungen arbeite. "Wir brauchen eine rasend schnelle Transformation der Wirtschaft", sagte Grande. An der UniversitĂ€t wĂŒrden die Kompetenzen gebĂŒndelt.

Hinter dem Uni-Campus soll ein neuer Ort fĂŒr wirtschaftsorientierte Spitzenforschung entstehen - der Lausitz Science Park. Namhafte Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben sich fĂŒr den Standort zusammengeschlossen, darunter die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt.

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