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Tanzschulen kÀmpfen wegen Pandemie weiter um ihre Existenz

Von dpa
21.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Tanzschule in Dresden
Teilnehmer eines Tanzkreises fĂŒr feste Tanzpaare tanzen am Abend in der Dresdner Tanzschule Nebl. (Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Viele Tanzschulen in Sachsen kĂ€mpfen wegen der Corona-Pandemie noch immer um ihre wirtschaftliche Existenz. "Erst in etwa zwei Jahren wird sich zeigen, welche Schulen durchgekommen sind", sagte Tanzlehrer Jens Pötschke von der Tanzschule Pötschke-Nebl aus Pirna (SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge) bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Tanzschulen. Bisher hĂ€tten die Unternehmen mit Hilfe staatlicher Programme ihre Rechnungen begleichen können. Die Mitarbeiter seien ĂŒber das Kurzarbeitergeld aufgefangen worden.

"Ich rechne mit mindestens fĂŒnf Jahren, ehe die entstandenen LĂŒcken und Verluste der vergangenen beiden Jahre ausgeglichen sind", sagte Pötschke, der zugleich der Regionalvorsitzende Ost des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) ist, Darin sind die LĂ€nder Sachsen, ThĂŒringen und Sachsen-Anhalt zusammengefasst. Pötschke zufolge gibt es in Sachsen 45 Tanzschulen in dem Verband mit etwa 270 Tanzlehrern und Auszubildenden.

"Es war fĂŒr alle Kollegen eine sehr schwere Zeit", sagte Pötschke ĂŒber die Pandemie. "Die Angst, das GeschĂ€ft, den Beruf oder die Anstellung und damit das Einkommen zu verlieren, war enorm." Es habe jedoch bei den TanzschĂŒlern eine große SolidaritĂ€t gegeben, die oft weiter BeitrĂ€ge gezahlt hĂ€tten, auch wenn die Schulen ihre Leistung nicht wie gewohnt hĂ€tten anbieten können.

Zwar seien viele TÀnzer den Schulen treu geblieben, dennoch habe es etliche AbgÀnge gegeben, sagte Pötschke. Bei den Erwachsenen gehe es mit Neuanmeldungen nur spÀrlich voran. Bei den Kindern und Jugendlichen laufe es wieder stabil.

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"Die Situation ist angespannt", bestĂ€tigte Kersten Nebl von der Tanzschule Nebl aus Dresden. Die Schulen hĂ€tten ihre RĂŒcklagen angetastet. Staatliche Hilfe habe es lediglich fĂŒr die Fix-Kosten gegeben. Viele Stammkunden hĂ€tten den Schulen die Treue gehalten, dennoch zĂ€hle sie nun etwa ein Drittel weniger Mitglieder.

Tassilo Lax, Chef der Dresdner Tanzschule Lax, empfindet vor allem die Verluste bei der Jugend als schmerzlich. "Etwa jeder zweite Jugendliche ist weg und bleibt weg." Viele von ihnen hĂ€tten sich wĂ€hrend der Pandemie neu orientiert. Bis diese Verluste ausgeglichen seien, werde es Jahre dauern, schĂ€tzte Lax. Denn es seien vor allem die jĂ€hrlichen Schultanzkurse, bei denen Jugendliche ihre Liebe zum Tanzen entdeckt und den Weg in die Tanzschulen gefunden hĂ€tten. Deshalb kĂ€men erst wieder Jugendliche nach, wenn die Schultanzkurse wie geplant stattfinden könnten. "Ehe sich das wieder normalisiert hat, das wird fĂŒnf bis sieben Jahre dauern", meinte Lax.

Bei den Erwachsenen sei der Einbruch zwar nicht so stark. Doch sei die Verunsicherung wegen der Pandemie noch immer groß, und viele blieben deshalb den Kursen und Tanzveranstaltungen fern.

"Die Verluste sind schon groß", sagte Oliver Thalheim von der Tanzschule Leipzig. "Auf der einen Seite haben einige Paare das Tanzen aufgegeben, auf der anderen Seite konnten wir keine Neukunden gewinnen. Dieses Loch tragen wir jetzt vor uns her. Wir werden zwei bis drei Jahre benötigen, um dieses Problem zu beheben."

WĂ€hrend der Pandemie hatten viele Tanzschulen versucht, ihre TĂ€nzer mit Unterricht ĂŒber das Internet bei der Stange zu halten. Diese Angebote wird es Thalheim zufolge so nicht mehr geben. "Das Tanzen in der Gruppe und die Korrektur durch den Tanzlehrer sind beim Online-Unterricht nicht zu ersetzen. Tanzen, Tanzkurse und Tanzevents leben vom Miteinander." Als eine Folge der Online-Kurse sei die verstĂ€rkte Nachfrage nach Videos geblieben, bei denen sich die TanzschĂŒler neu erlernte Figuren zu Hause ansehen könnten.

Mit einem Dance-Festival am Wochenende in der Leipziger Kongresshalle wollten die Schulen der Messestadt auf sich aufmerksam machen. "Es sollte das Tanzen zurĂŒck in die Mitte der Gesellschaft bringen. Wir wollten zeigen, dass man wieder unbeschwert tanzen gehen kann", sagte Thalheim.

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