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Bau von Batteriezellenfabrik vorerst gestoppt

Von dpa
23.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der Bau der geplanten Batteriefabrik des chinesischen Herstellers und Mercedes-Zulieferers Farasis in Bitterfeld-Wolfen liegt vorerst auf Eis. Das Projekt in der angepeilten Gr├Â├čenordnung von 600 Millionen Euro Investitionsvolumen werde nach aktuellem Stand nicht umgesetzt, sagte der Chef des Stabs Wirtschaftsf├Ârderung der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Steve Bruder, der Deutschen Presse Agentur. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

"Es ist korrekt, dass das Unternehmen Farasis die urspr├╝nglichen Pl├Ąne f├╝r den Bau eines Werks in Bitterfeld-Wolfen vorl├Ąufig zur├╝ckgestellt hat", hie├č es in einer Stellungnahme des b├Ârsennotierten Unternehmens vom Montag. Das sei der dynamischen Entwicklung des Batteriemarkts geschuldet. Neue Partnerschaften und eine gestiegene Nachfrage machten eine Anpassung unserer Lokalisierungsstrategie f├╝r Europa erforderlich, lie├č Farasis verlautbaren.

Au├čerdem h├Ąnge die Entscheidung mit einem Farasis-Werk in der T├╝rkei zusammen, auf das man sich jetzt st├Ąrker konzentrieren wolle, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Das Unternehmen sei nun dabei, eine neue Strategie zu entwickeln. Dies sei allerdings noch nicht spruchreif. Man befinde sich hierf├╝r in enger Abstimmung mit dem strategischen Partner Mercedes.

Die Umsetzung des Ursprungsprojektes - Batteriezellen f├╝r Mercedes zu produzieren - sei erstmal hinf├Ąllig, da die ben├Âtigten Zellen derzeit in China gefertigt w├╝rden, erkl├Ąrte Bruder. Aufgrund von Zeitverzug h├Ątten sich die beiden Unternehmen entschieden, aus China heraus zu produzieren, um die Liefertermine einzuhalten. Dort seien die Anlagen und Fabriken schon vorhanden.

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Die Ansiedlung von Farasis in Bitterfeld-Wolfen sei aber weiterhin geplant, teilten sowohl Stadt als auch Unternehmen mit. Die Dimension werde voraussichtlich aber etwas kleiner ausfallen als urspr├╝nglich geplant. Der Konzern hatte im Technologiepark der Stadt eine Fl├Ąche erworben. Geplant ist nach Angaben von Bruder in einem ersten Schritt die Produktion von Batteriemodulen auf etwa einem Drittel der urspr├╝nglich geplanten Fl├Ąche. "Das hei├čt man l├Ąsst sich die Zellen aus China liefern und produziert dann hier die Module." Perspektivisch sei aber denkbar, sp├Ąter auch Batteriezellen in Bitterfeld-Wolfen zu fertigen.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze sieht trotz der Entscheidung bei der Batteriefertigung f├╝r die Autoindustrie weiter "beste Perspektiven" f├╝r das Land. Ansiedlungen wie das Zentrum f├╝r Brennstoffzellen und Batterien von der japanischen Horiba-Gruppe in Barleben oder das Pr├╝fzentrum des Autozulieferers FEV in Sandersdorf-Brehna w├╝rden die bestehende Kompetenz beim "Zukunftsthema Batterien" unterstreichen, sagte der CDU-Politiker am Montag. Er betonte, dass es sich nicht um eine Entscheidung gegen den Standort handele.

Eigentlich hatte der Mercedes-Zulieferer Farasis geplant, in Bitterfeld-Wolfen ab 2022 Batteriezellen zu fertigen. Rund 600 Jobs sollten entstehen. Der Standort sollte zudem neuer Europasitz des Konzerns werden.

Bereits im Juli 2021 hatte das Unternehmen allerdings Zweifel an dem Vorhaben ge├Ąu├čert. Man ├╝berarbeite die europaweite "Lokalisierungsstrategie", hie├č es damals. Hierbei ging es um die Entscheidung, welche Batteriezellen wo produziert w├╝rden. Ob die Planungen f├╝r Bitterfeld-Wolfen damit hinf├Ąllig seien, lie├č das Unternehmen offen.

Farasis wurde 2002 in Kalifornien gegr├╝ndet und sitzt inzwischen im chinesischen Ganzhou. Seinen Deutschland-Sitz hat das Unternehmen in Frickenhausen bei Esslingen. Der Konzern ist einer von mehreren Batteriezellen-Zulieferern des Autobauers Merecedes. Die Stuttgarter bauen die Batterien f├╝r ihre Elektroautos zwar selbst. Sie kaufen einen Gro├čteil der Zellen, die in den Batterien stecken, aber bisher zu.

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