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Viele Mäusearten in Baden-Württemberg bedroht

Karlsruhe  

Viele Mäusearten in Baden-Württemberg bedroht

17.11.2019, 08:28 Uhr | dpa

Viele Mäusearten in Baden-Württemberg bedroht. Mäusearten

Eine Alpenspitzmaus ist zu sehen. Foto: Hedy Brak/Landschaftsökologe Harald Brünner/dpa (Quelle: dpa)

Viele Mäusearten in Baden-Württemberg sind nach Auskunft eines Experten bedroht. Besonders schlecht steht die Familie der Spitzmäuse da, wie der Karlsruher Landschaftsökologe Harald Brünner sagt. Sieben der neun hier vorkommenden Spitzmausarten seien bedroht. Insgesamt stehen 40 Prozent der Mäusearten in Baden-Württemberg auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Obwohl die Liste zuletzt 2001 aktualisiert wurde, habe sich die Lage seitdem nicht wirklich verändert, sagte Brünner.

"Mäuse sind hoffnungslos unterschätzt", sagt Brünner. Sie führten ein Schattendasein, würden als klein und eklig gelten. Doch auch Mäuse seien für das Ökosystem wichtig. "Unser Ökosystem wird stabiler, je mehr Arten es gibt", sagt der Kleinsäuger-Experte und ehrenamtliche Mitarbeiter des Naturkundemuseums Karlsruhe. Die Tiere düngten unter anderem mit ihren Ausscheidungen die Böden. Und die Gänge, die Mäuse unter der Erde graben, lockerten die Erde auf und dienten als Unterschlupf für Kröten, Schlangen, Bienen oder Hummeln. Außerdem seien Mäuse Nahrungsgrundlage für andere Tierarten wie Wiesel, Marder, Dachse, Füchse, Wölfe, Greifvögel oder Eulen.

23 Mäusearten gebe es in Baden-Württemberg, sagt Brünner. Dazu zählten neun Insekten fressende Spitzmausarten und 14 mäuseartige Nagetiere, die sich hauptsächlich von Pflanzen ernährten. Vom Aussterben bedroht sei die Gartenspitzmaus. Sumpfspitzmaus und Alpenspitzmaus seien besonders gefährdet. Bei den Nagetieren hätten vor allem die Kleinwühlmaus, die Zwergmaus und die Hausratte zu kämpfen. Letztere werde oft mit der Wanderratte verwechselt, deren Population nicht gefährdet ist und die oft als Plage angesehen wird.

Dass vor allem viele Spitzmausarten bedroht sind, liege unter anderem am Insektensterben, mit dem die Nahrungsgrundlage der Tiere schwinde, sagt Brünner. Hinzu komme die Zerstückelung und der Verbrauch der natürlichen Landschaften, sagt Brünner. Lebensraum im Wald und auf Wiesen, an Flüssen und Bächen werde durch menschliche Einflüsse zerstört. Durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft würden sich die Lebensräume grundlegend verändern, einige Arten könnten sie nicht mehr besiedeln.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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