Sie sind hier: Home > Regional > Karlsruhe >

Karlsruhe: Erster Drogenkonsumraum Baden-Württemberg wird eröffnet

Einnahme unter Beobachtung  

Erster Drogenkonsumraum des Landes öffnet in Karlsruhe

06.12.2019, 08:51 Uhr | dpa

Karlsruhe: Erster Drogenkonsumraum Baden-Württemberg wird eröffnet. Eine Schale, in der sich Utensilien für den intravenösen Drogenkonsum befinden: In Karlsruhe öffnet der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg. (Quelle: dpa/Uli Deck)

Eine Schale, in der sich Utensilien für den intravenösen Drogenkonsum befinden: In Karlsruhe öffnet der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg. (Quelle: Uli Deck/dpa)

Im neuen Drogenkonsumraum Karlsruhe können Abhängige unter Beobachtung und unter hygienischen Bedingungen ihre Suchtmittel einnehmen. Die Einrichtung war heftig umstritten.

Ein langer metallener Tisch, davor vier apfelgrüne Plastikstühle, über jedem Platz ein Spiegel und rechts davon je eine angekettete Schere – der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg ist simpel eingerichtet, hell und sauber. Am Freitag wird er in Karlsruhe eröffnet. Abhängige sollen in Zukunft hierher kommen können, um unter hygienischen Bedingungen selbst mitgebrachte Suchtmittel einzunehmen.

Mit den Scheren können die Besucher eingewickelte Rauschmittelportionen öffnen, erklärt Sozialarbeiter Eric Kramer. Im Spiegel können sie Venen an ihrem Hals finden. Daneben stehen den Abhängigen allerlei Utensilien zur Verfügung: Von Spiegelchen, Karte und Röhrchen zum Kokain-"Schnupfen" bis zu Löffel, Feuerzeug und Zitronensäure-Kapsel zum Aufkochen von Heroin. Einzig sein Rauschmittel muss sich jeder selbst mitbringen.

Erster Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg

Mit der Einrichtung in Karlsruhe öffnet der erste Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg. Bundesweit gibt es bereits zwei Dutzend solcher Räume in sechs Bundesländern (Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland). Nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) können Drogenkonsumräume zugelassen werden, sofern das Land eine Verordnung erlässt.

In der grün-schwarzen Landesregierung war die Einrichtung allerdings heftig umstritten. Bedenken gab es besonders von der CDU-Landtagsfraktion und dem CDU-geführten Innenministerium. Im vergangenen März gab das Kabinett der Verordnung dann grünes Licht.

Wer Regeln bricht, fliegt raus

Die neue Einrichtung in Karlsruhe befindet sich direkt neben einem schon bestehenden Kontaktladen für Suchtkranke. Betreiber ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Wer den Drogenkonsumraum nutzen will, muss zu einem Erstgespräch gehen und eine Nutzungsvereinbarung unterschreiben. Bis zu vier Abhängige gleichzeitig können hier ihre mitgebrachten Drogen einnehmen. Vor Ort sind immer auch eine Sozialarbeiterin und ein Krankenpfleger, erklärt Petra Krauth, Leiterin des Kontaktladens. Es gibt strenge Hygienevorschriften und Regeln. "Die sind das A und O", sagt Kramer. Wer sie bricht, bekommt Hausverbot. Nach dem Konsum können die Menschen in den Aufenthaltsraum im Kontaktladen nebenan gehen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
t-online.de ist ein Angebot
der Ströer Content Group
licenced by