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Karlsruhe: Opferschutz-Initiative BIOS zählt 150 Anrufe beim "Krisentelefon"

Kein Täter werden  

Opferschutz-Initiative zählt 150 Anrufe beim "Krisentelefon"

30.10.2020, 12:58 Uhr | dpa

Karlsruhe: Opferschutz-Initiative BIOS zählt 150 Anrufe beim "Krisentelefon". Ein Mann hält einen Telefonhörer in der Hand (Symbolbild): Das Krisentelefon für Opferschutz in Karlsruhe zeigt Erfolg. (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

Ein Mann hält einen Telefonhörer in der Hand (Symbolbild): Das Krisentelefon für Opferschutz in Karlsruhe zeigt Erfolg. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Menschen, die Angst haben, Straftäter zu werden, können sich an das Krisentelefon der Opferschutz-Initiative in Karlsruhe wenden. Seit März haben rund 150 Personen das Angebot genutzt.

Bei der Opferschutz-Initiative BIOS in Karlsruhe haben seit März rund 150 Menschen angerufen, die befürchteten, eine Straftat zu begehen. Das Angebot im Rahmen des Präventionsprojektes "Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen" richtet sich vor allem an Menschen mit sexuellen Fantasien gegenüber Kindern oder die zu Gewalttaten neigen, teilte die Initiative am Freitag mit. Die Beratung ist kostenlos und kann anonym genutzt werden.

Die aktuellen Auswertungen zeigen nach Angaben von BIOS-BW, dass das Angebot wirkt. Aus dem gesamten Bundesgebiet hätten Menschen angerufen und von Gewaltfantasien berichtet oder dem Drang, Kinderpornografie zu konsumieren oder sexuell übergriffig zu werden. Bis zu zwei Stunden hätten die Telefonate zwischen Therapeuten und den Hilfesuchenden gedauert. Oftmals sei nach dem Gespräch ein wohnortnahes Therapieangebot bei BIOS-BW möglich gewesen.

Vor den neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie wies die Initiative darauf hin, dass besonders eine drohende vollständige oder teilweise Ausgangssperre die Gefahr bestimmter Straftaten erhöhen könne. Gefühle von Einsamkeit oder Langeweile, Isolation, eine Zunahme von Gefahrennachrichten und finanzielle Nöte könnten Spuren hinterlassen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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