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EnBW-Chef: Sind auf Embargo f├╝r russische Kohle vorbereitet

Von dpa
05.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Frank Mastiaux
Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender der EnBW Energie Baden-W├╝rttemberg. (Quelle: Marijan Murat/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Der Energiekonzern EnBW ist nach Worten von Vorstandschef Frank Mastiaux auf das von der EU-Kommission verh├Ąngte Importverbot f├╝r russische Kohle ab August vorbereitet. Seit Ende vergangenen Jahres werde die Kohlebeschaffung ausgeweitet, sagte er am Donnerstag bei der digitalen Hauptversammlung des Karlsruher Versorgers. Erg├Ąnzend zu Kolumbien, S├╝dafrika und den USA w├╝rden nun Lieferungen aus Australien, Asien und Afrika gepr├╝ft. Vergangenes Jahr hatte die EnBW den Angaben nach von rund 4,2 Millionen Tonnen Steinkohle 3,6 Millionen Tonnen aus Russland bezogen.

Einen von der Bundesregierung angestrebten Ausstieg Deutschlands aus Kohle allgemein vor 2038 h├Ąlt Mastiaux nach wie vor f├╝r realistisch.

Beim Gas kaufte der Konzern dem Bericht zufolge rund 495 Terrawattstunden ein, den ├╝berwiegenden Teil vom europ├Ąischen Gro├čhandelsmarkt. Rund 20 Prozent stammten aus direkten Vertr├Ągen mit russischen Lieferanten. "Die Mengen dieser Vertr├Ąge reduzieren sich vertraglich bereits ab Anfang 2023", sagte der Vorstandsvorsitzende. Auch werde der Einkauf von Fl├╝ssiggas ausgebaut. "Allerdings ist eine kurzfristige vollst├Ąndige Ersatzbeschaffung bei einem theoretischen Entfall von russischem Gas auch f├╝r uns nicht zu machen." Deutschland sei noch f├╝r einen l├Ąngeren Zeitraum auf Gasimporte angewiesen.

Die Energieversorgung in Deutschland m├╝sse st├Ąrker und schneller auf erneuerbare Energien und den Einsatz von Wasserstoff ausgerichtet werden, forderte Mastiaux. "Damit einher gehen eine Ausweitung und eine effektive Beschleunigung aller notwendigen Investitionen in die erforderliche Infrastruktur", sagte er. "Daf├╝r brauchen wir heute mehr denn je schlanke Prozesse und eine effiziente Umsetzung." Politik, Gesetze und Selbstorganisation m├╝ssten dies gew├Ąhrleisten.

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"Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur f├╝rchterliches Leid f├╝r viele Menschen gebracht", sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. "Er wird auch unsere Energieversorgung tiefgreifend ver├Ąndern."

Mit Blick auf eines der letzten drei bundesweit noch laufenden Atomkraftwerke in Neckarwestheim bei Heilbronn sagte Mastiaux: "Wir stehen weiterhin zum beschlossenen Ausstieg, dem wir seit 2011 konsequent mit einer langfristigen Strategie f├╝r den R├╝ckbau unserer Kernkraftwerke folgen." Sollte eine l├Ąngere Laufzeit wegen des Kriegs relevant werden, "werden wir der Bundesregierung selbstverst├Ąndlich mit unserer Erfahrung und unserer Kompetenz beratend zur Seite stehen und helfen, alle Optionen ergebnisoffen zu pr├╝fen".

Damit bekr├Ąftigte Mastiaux im Wesentlichen Positionen, die er bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2021 genannt hatte. Der 58-J├Ąhrige verl├Ąsst die EnBW Ende September. Nachfolger wird Andreas Schell.

Der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebitda) stieg im vergangenen Jahr weiter - auf 2,96 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz 2021 betrug knapp 32,15 Milliarden Euro. Der Konzern besch├Ąftigt mehr als 26.000 Menschen und beliefert rund 5,5 Millionen Kunden und Kundinnen.

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