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Kiel: Meeresbiologen vermissen ein wertvolles Messgerät

Auf mysteriöse Weise verschwunden  

Kieler Forscher suchen vergeblich nach Unterwassermessgerät

05.09.2019, 17:49 Uhr | dpa

Kiel: Meeresbiologen vermissen ein wertvolles Messgerät. Zerfasertes Kabel unter Wasser: Wo ist das Unterwasser-Observatorium der Kieler Forscher? (Quelle: Geomar/Forschungstauchzentraum der CAU)

Zerfasertes Kabel unter Wasser: Wo ist das Unterwasser-Observatorium der Kieler Forscher? (Quelle: Geomar/Forschungstauchzentraum der CAU)

Seit August beschäftigt ein mysteriöser Verlust die Meeresforscher am Geomar in Kiel. Eines ihrer Messgeräte ist spurlos vom Meeresboden in der Eckernförder Bucht verschwunden. 

Einen ungewöhnlichen Verlust melden die Kieler Meeresforscher vom Forschungszentrum Geomar. Am Ausgang der Eckernförder Bucht ist ein Observatorium für Umweltmessungen am Meeresboden verschwunden, wie das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung mitteilte.

"Am 21. August stellte es die Datenübertragung ein", berichtet Hermann Bange. Er leitet das Projekt bei Boknis-Eck. "Zunächst dachten wir an einen Übertragungsfehler". Doch ein Tauchereinsatz in der vergangenen Woche offenbarte eine deutlich ernstere Situation: "Die Geräte waren weg, die Taucher konnten sie nicht mehr finden", sagt Bange.

Das Boknis-Eck-Observatorium besteht aus zwei etwa Schreibtisch-großen Gestellen. Eines ist für die Stromversorgung der Anlage verantwortlich und über ein Kabel mit der Küste verbunden. Das andere Gestell trägt die eigentlichen Sensoren. Als die Taucher den Meeresboden an der Stelle untersuchten, hätten sie nur noch das abgerissene Landkabel vorgefunden.

Meerestiere können es nicht gewesen sein

Wegen des Gewichts der Gestelle und der Massivität der Kabelverbindungen scheiden laut Geomar Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Täter aus. Die Kosten für die Anlage bezifferte Geomar auf 300.000 Euro. "Geradezu unbezahlbar sind aber die Daten, die wir damit erheben", sagte Projektleiter Bange. "Sie helfen der Forschung, Veränderungen in der Ostsee zu registrieren und eventuell Gegenmaßnahmen zu ergreifen."


Das Observatorium hatten Geomar und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht Ende 2016 in einem Sperrgebiet installiert. Schon seit 1957 werden an der Stelle Umweltdaten wie Temperatur, Salzgehalt, Nährstoffe, Sauerstoff oder Chlorophyll erhoben, die Rückschlüsse auf den Zustand des Ökosystems der südwestlichen Ostsee zulassen.

Bisher konnten Taucher die Messgeräte nicht wiederfinden. Mit dem Fall beschäftige sich mittlerweile auch die Kriminalpolizei.

Verwendete Quellen:
  • Webseite Geomar
  • Nachrichtenagentur dpa

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