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Vorstoß zur Beseitigung von Munition in Nord- und Ostsee

Kiel  

Vorstoß zur Beseitigung von Munition in Nord- und Ostsee

07.11.2019, 13:37 Uhr | dpa

Vorstoß zur Beseitigung von Munition in Nord- und Ostsee. Weltkriegsmunition in der Ostsee

Zwei Wasserbomben aus dem Zweiten Weltkrieg werden am in der Ostsee gezielt gesprengt. Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Mit den Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg wird sich nächste Woche die Umweltministerkonferenz in Hamburg befassen. Etwa 1,6 Millionen Tonnen befinden sich allein in deutschen Meeresgebieten und sollten in den nächsten Jahrzehnten je nach Vorrang geborgen werden, wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (Grüne) am Donnerstag in Kiel sagte. "Der Staat hat das Problem 50 Jahre negiert." Studien zeigten, dass Muscheln und Fische von aus Munition ausgetretenen Giftstoffen belastet seien und in die Nahrungskette gelangen könnten - ein Problem, das durch den Zerfall von Munition zuzunehmen drohe.

Die Küstenländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wollen mit einem gemeinsamen Antrag auf der Umweltministerkonferenz eine Handlungsstrategie initiieren: Bund, Länder und die EU sollen das lange vernachlässigte Problem anpacken. Man habe auch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 im Blick und wolle dafür einen Beitrag leisten und das Thema auf die Agenda bringen, sagte Albrecht.

Sämtliche Munition zu bergen, sei unmöglich, betonte der Grünen-Politiker. Es gehe darum, eine Strategie für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln: "Wie fangen wir an und wie verteilen wir die Lasten?" Manche Munition könnte noch 30 bis 50 Jahre im Meer halten, andere vielleicht etwa 20 Jahre. Es bestehe die wachsende Gefahr, dass Munitionskörper sich durch die geänderten Druckverhältnisse selbst entzündeten, wenn sie vom Meeresboden an die Oberfläche kämen. Eine Perspektive sei, mit Robotern auf dem Meeresboden Munition zu zerlegen, ohne dass Schadstoffe austreten. Technologisch sei dies zum Teil schon möglich.

In der deutschen Nordsee liegen laut Albrecht etwa 1,3 Millionen Tonnen Munition und in der deutschen Ostsee 300 000 Tonnen. Hinzu kommen in der Ostsee etwa 40 000 Tonnen chemische Waffen und etwa 280 000 Tonnen in der Nordsee. "Auf einen Güterzug verladen, hätte dieser eine Länge von 3000 Kilometern - würde also von Kiel bis Rom reichen", sagte ein Fachmann des Ministeriums.

Der Antrag der Küstenländer sieht vor allem neue wissenschaftliche Studien vor. So soll die Gesamtbewertung der Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer von 2011 aktualisiert und ein entsprechender Bericht von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Nord- und Ostsee bis zur Umweltministerkonferenz im Herbst 2020 vorgelegt werden. Außerdem soll der Bund repräsentative Untersuchungen zur Belastung von Speisemuscheln und -fischen aus Nord- und Ostsee mit kampfmitteltypischen Schadstoffen in Auftrag geben.

Munitionsbelastete und nicht belastete Meeresgewässer einschließlich der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone sollen darüber hinaus mit Messungen auf kampfmitteltypische Schadstoffe überprüft werden. Weitere Aufgaben sind eine Priorisierung des möglichen Handlungsbedarfs in Nord- und Ostsee sowie die Festlegung weiterer Forschungslücken. Schließlich soll es um Bergungs- und Entsorgungsmaßnahmen gehen. Dazu sollen gemeinsam Vorschläge zur Umsetzung, Priorisierung und gemeinsamen Finanzierung erarbeitet werden. Der Bund solle weitere Instrumente zur Finanzierung prüfen, wie Munition aus dem Meer geborgen werden kann.

Die Umweltminister tagen vom 13. bis 15. November in Hamburg.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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