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Warnstreiks im Nahverkehr: Am Freitag 2. Verhandlungsrunde

Kiel  

Warnstreiks im Nahverkehr: Am Freitag 2. Verhandlungsrunde

16.01.2020, 07:05 Uhr | dpa

Warnstreiks im Nahverkehr: Am Freitag 2. Verhandlungsrunde. Straßenbahnen in Rostock

Straßenbahnen stehen auf dem Hof der Rostocker Straßenbahn AG. Foto: Bernd Wüstneck/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Wegen eines Warnstreiks ist in großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns am Donnerstag der öffentliche Nahverkehr zum Erliegen gekommen. "Die Verkehre stehen", sagte Landesstreikleiter Karl-Heinz Pliete am Morgen. Nur gelegentlich seien Busse unterwegs gewesen. "Wir haben zugelassen, dass Behinderte zu ihren Werkstätten kommen." Die Fahrgäste seien gut auf den Warnstreik eingerichtet gewesen. An den Haltestellen von Bussen und Bahnen etwa in Rostock sei es sehr ruhig zugegangen. "Positiv waren auch die Reaktionen mancher Autofahrer, die hupend und winkend an den Treffpunkten von Streikenden vorbeifuhren", betonte Pliete. Bei dem Warnstreik sollten Busse und Bahnen von Betriebsbeginn an bis etwa 10.00 Uhr in den Depots bleiben.

Der für Rostock und den Landkreis Vorpommern-Rügen zuständige Verdi-Vertreter Michael Pfeifer sprach von einer regen Beteiligung der Beschäftigten. Sie habe bei etwa 90 Prozent gelegen. Die Stimmung unter den Streikenden sei sehr gut gewesen. Dass manche Fahrer auch in tarifgebundenen Unternehmen gearbeitet haben, führte er auf Befürchtungen vor möglichen Folgen für den Arbeitsplatz oder auch auf Probezeiten zurück.

Landesweit waren Zehntausende Arbeitnehmer und Schüler betroffen. Nicht gestreikt wurde laut Verdi beispielsweise in Neubrandenburg und Schwerin oder in Teilen des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Laut Bildungsministerium waren Schüler, die auf Busse oder Straßenbahnen angewiesen sind, entschuldigt. Angaben, wie viele Schüler am Donnerstag tatsächlich streikbedingt fehlten, lagen zunächst nicht vor.

Eine Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG berichtete, dass sich die Reaktionen der Kunden die Waage hielten. Teils gab es Verständnis für die Streikenden, manche seien aber auch verärgert über die Unannehmlichkeiten gewesen. Bei der Polizei liefen keine Verkehrsprobleme auf, die mit dem Streik in Verbindung gebracht werden konnten.

Mit dem Warnstreik wollte Verdi vor der zweiten Tarifverhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband MV am Freitag in Schwerin Druck machen. Verdi verlangt bei einer einjährigen Laufzeit eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro.

Die kommunalen Arbeitgeber lehnen diese Forderung als wirtschaftlich nicht tragbar ab. Geschäftsführerin Gabriele Axmann kritisierte am Donnerstag die zu späten Information seitens der Gewerkschaft an die Unternehmen über die Arbeitsniederlegungen. Dies hätte gerade auf dem Land zu erheblichen Störungen im Schülerverkehr geführt. Axmann fügte hinzu, dass am Freitag erst die zweite Verhandlungsrunde starte.

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