Sie sind hier: Home > Regional > Kiel >

Kiel: "Poseidon" könnte Flüchtlingsschiff werden

Altes Forschungsschiff  

Rettet die "Poseidon" aus Kiel bald Flüchtlinge?

29.01.2020, 09:42 Uhr | dpa

Kiel: "Poseidon" könnte Flüchtlingsschiff werden. Forschungsschiff "Poseidon": Das Schiff steht zum Verkauf. (Quelle: dpa/Archiv/Jens Klimmeck/Geomar)

Forschungsschiff "Poseidon": Das Schiff steht zum Verkauf. (Quelle: Archiv/Jens Klimmeck/Geomar/dpa)

Ein Forschungsschiff aus Kiel könnte eine neue Aufgabe bekommen. Das Bündnis "United4Rescue" will das Schiff zur Seenotrettung von Menschen im Mittelmeer nutzen. Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern.

Die nächste Mission des Forschungsschiffs "Poseidon" aus Kiel könnte im Mittelmeer stattfinden. Das überwiegend kirchliche Bündnis "United4Rescue – gemeinsam retten" will offenbar das Schiff zur Rettung von Flüchtlingen nutzen.

Die Ausschreibungsfrist der Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg) endet am Donnerstag um 13.00 Uhr. Das Bündnis habe einen "anständigen, vertretbaren Preis" geboten, sagte der Sprecher des Bündnisses, Joachim Lenz, der Deutschen Presse-Agentur. Eine konkrete Summe nannte er nicht. Nach Medienberichten soll die "Poseidon" einen Schätzwert von etwa einer Million Euro haben. "Die Vebeg hat von einem regen Interesse berichtet, so dass sich nicht abschätzen lässt, wie die Chancen für uns stehen", sagte Lenz.

Entscheidung über Vergabe steht noch aus 

Es handelt sich nicht um eine Auktion, sondern um ein verdecktes Angebotsverfahren, wie die Vebeg in Frankfurt erläuterte. Die Zahl der Bieter und ihre Angebote werden erst nach Ablauf der Angebotsfrist übermittelt. Der Auftraggeber der Ausschreibung, das schleswig-holsteinische Wissenschaftsministerium, müsse nicht dem Höchstbietenden das Schiff verkaufen, sondern könne dies frei entscheiden.

Die 1976 in Dienst gestellte "Poseidon" war bis 2019 im Einsatz des Kieler "Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung" und Vorgängerinstitutionen. Das rund 60 Meter lange Schiff war unter anderem im Atlantik und im Mittelmeer in zahlreichen Forschungseinsätzen. Es sei bis zuletzt in einem technisch guten Zustand gewesen, sagte ein Geomar-Sprecher.

"United4Rescue"-Sprecher Lenz sagte, "wir haben bisher keinen Gegenwind gegen unser Projekt gespürt, aber aus der Politik auch keinen Rückenwind bekommen". Dem Bündnis gehören laut Lenz inzwischen rund 300 Partner an. Dazu gehören die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Mehrzahl der Landeskirchen, darunter die Nordkirche, aber auch die Musikband Revolverheld und der DGB. Der Filmemacher Wim Wenders hat die Initiative mit seinem Namen und einer Spende unterstützt, wie Tausende Privatpersonen.

"Wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand, sollten wir die "Poseidon" nicht bekommen", sagte der Vorsitzende des Trägervereins "United4Rescue – Gemeinsam Retten" und Vizepräsident des EKD-Kirchenamts, Thies Gundlach. Er hoffe auf die "Poseidon", aber die Partnerorganisation Sea-Watch halte auch nach Alternativen Ausschau. "Der Plan, mit einem Flüchtlingsschiff 2020 ins Mittelmeer zu starten, steht in jedem Fall."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal