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Bessere Stimmung in Schleswig-Holsteins Wirtschaft

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Bessere Stimmung in Schleswig-Holsteins Wirtschaft

20.02.2020, 11:17 Uhr | dpa

Trotz handelspolitischer Unsicherheiten hat sich die Stimmung in Schleswig-Holsteins Wirtschaft zur Jahreswende aufgehellt. "Die Unternehmen blicken wieder positiv in die Zukunft", sagte die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, am Donnerstag bei der Vorstellung einer Konjunkturumfrage. Der Konjunkturklimaindex stieg im vierten Quartal 2019 auf 111,5 Punkte. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres hatte er nur 97,3 Punkte betragen. Der langjährige Durchschnittswert auf einer Skala von Null bis 200 Punkten liegt bei 116,7.

Insgesamt bewerteten knapp 80 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage in der Konjunkturumfrage als gleich oder besser. Nur jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) rechnete mit einer ungünstigeren Entwicklung. Im Vorquartal waren noch etwa 30 Prozent von einer Verschlechterung ausgegangen. Auch die Exporterwartungen verbesserten sich leicht.

Im Bereich der Industrie rechnet nur noch ein Viertel der Unternehmen mit schlechter laufenden Geschäften. In der Umfrage zuvor erwarteten noch 43 Prozent der Betriebe eine Negativentwicklung. Gut läuft es im Bau: 97 Prozent der Firmen bewerteten ihre Situation als gut oder befriedigend. In der Dienstleistungsbranche vermeldete die Hälfte der Betriebe eine gute Geschäftslage.

"Insgesamt hat sich die Stimmung in der Wirtschaft im Norden zur Jahreswende verbessert", sagte Kühn. Die Mehrheit der Unternehmen ist mit ihrer Situation laut der Umfrage zufrieden, nur 10,3 Prozent sind dies nicht. Für Unsicherheiten der Konjunktur sorgen laut IHK der Ausbruch des Coronavirus, der Brexit und die Außenhandelspolitik der USA.

Ein positives Zwischenzeugnis stellte die IHK der Landesregierung aus. "Die allgemeine Stimmung ist: Es geht in die richtige Richtung", sagte Kühn. Die Bewertung der seit 2017 regierenden Koalition aus CDU, Grünen und FDP habe sich von anfänglich "abwartend befriedigend auf gut" verbessert. "Wir haben in Berlin ein deutlich höheres Gewicht bekommen", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen. Das sei wichtig, weil viele aus wirtschaftlicher Sicht notwendige Instrumente nicht auf Landesebene geregelt werden könnten.

Drängendstes Problem bleibt in Schleswig-Holstein aus Sicht der Unternehmen der Fachkräftemangel. Kühn begrüßte deshalb das am Dienstag vorgestellte industriepolitische Papier von Regierung, Verbänden und Gewerkschaften. Der Norden müsse sich stärker als Industrieland definieren. "Die Industrie ist Treiber bei den Innovationen und sie lockt Fachkräfte zu uns in den Norden."

Die IHK-Präsidentin warnte vor einer einseitigen Fokussierung allein auf Elektroantriebe. Es sei wichtig, auch andere Techniken zu erproben. Grundlage sei aber bezahlbare Energie. "Die Kostensteigerung muss endlich aufhören." Sie begrüße das Engagement der Landesregierung auf Bundesebene sowohl für eine Senkung der Umlage für Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) als auch für eine Neuordnung aller staatlichen Preisanteile.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich erfreut über das Ergebnis der Konjunkturumfrage. "Das deckt sich mit meinen Eindrücken, die ich im letzten Jahr unter anderem bei zahlreichen Betriebsbesuchen im Land gesammelt habe", sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Die Landesregierung setze alles daran, die Rahmenbedingungen für ein weiter positives Geschäftsklima zu setzen. "Das gilt sowohl für den Ausbau der Infrastruktur von Straßen über Schienen bis zum Glasfaser, aber auch hinsichtlich der weiteren Entlastung des Mittelstand - vor allem durch Bürokratieabbau."

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