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Schleswig-Holstein nimmt Corona-Patienten aus Frankreich auf

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Schleswig-Holstein nimmt Corona-Patienten aus Frankreich auf

31.03.2020, 13:17 Uhr | dpa

Schleswig-Holstein nimmt Corona-Patienten aus Frankreich auf. Universitätsklinikum UKSH

Das UKSH-Logo ist an einem Gebäude des Universitätsklinikums zu sehen. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wird in Kiel und Lübeck sechs Corona-Intensivpatienten aus Frankreich behandeln. Wie das Klinikum am Dienstag mitteilte, werden die Patienten, die beatmet werden müssen, von einer A330-Maschine des französischen Militärs nach Hamburg geflogen und von dort in die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein gebracht. Das UKSH folge einem Aufruf von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP), hieß es.

"Gegenseitige Unterstützung erfüllt gerade jetzt die Idee von Europa: Helfen ist ein Gebot der Menschlichkeit, Patienten aus den Ländern aufzunehmen, die über keine Kapazitäten zur Versorgung mehr verfügen", sagte UKSH-Vorstandschef Jens Scholz. Am Klinikum arbeiteten 14 500 Menschen, darunter mehr als 1000 Mitarbeiter aus 120 Nationen. Der französische Generalkonsul in Hamburg, Laurent Toulouse, habe sich in einer Grußbotschaft beim UKSH bedankt. Dort werden derzeit 18 auf Covid-19 positiv getestete Patienten versorgt, sieben von ihnen intensivmedizinisch. Bis Mitte April verdoppelt das UKSH seine Intensivkapazitäten von 172 auf 362 Betten.

Unterdessen hat sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus in Schleswig-Holstein um zwei auf neun erhöht. Es handle sich um einen 80 Jahre alten Mann im Kreis Plön und eine 78 Jahre alte Frau im Kreis Rendsburg-Eckernförde, teilten die Landesregierung und die Kreise mit. Beide Corona-Opfer hatten den Angaben zufolge schwere Vorerkrankungen und starben in Krankenhäusern.

Die Zahl der gemeldeten Infektionen in Schleswig-Holstein hat sich bis einschließlich Montag um 82 auf 1135 erhöht. Das ist ein Anstieg um 7,2 Prozent. 146 Menschen sind oder waren demnach seit Beginn der Pandemie in klinischer Behandlung und damit 18 mehr als nach der Meldung vom Vortag.

Die Folgen der Krise für den Arbeitsmarkt können frühestens im nächsten Monatsbericht dokumentiert werden. Das sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, am Dienstag bei der Vorstellung der Märzzahlen.

Am Nachmittag will die Arbeitsagentur berichten, wie sich die Kurzarbeit im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt hat. Experten rechnen mit einem kräftigen Anstieg der Anträge. Bis zum 20. März hatten rund 1400 Betriebe Kurzarbeit im Norden angemeldet.

Die Bearbeitung von Anträgen kleiner Betriebe auf staatliche Zuschüsse läuft in Schleswig-Holstein weiter auf Hochtouren. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden bis Dienstag 9.30 Uhr von 30 000 eingegangenen Anträgen 1310 Anträge bewilligt. Bisher wurden 11,7 Millionen Euro Hilfsgelder ausgezahlt.

Der Bund unterstützt kleine Firmen, Solo-Selbstständige, Freiberufler und Landwirte mit bis zu 50 Milliarden Euro. Das Land Schleswig-Holstein flankiert dies mit 100 Millionen Euro für Sonderfälle. Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten bekommen eine Einmalzahlung von 9000 Euro für drei Monate, Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15 000 Euro.

Die Optikerkette Fielmann, deren Gründer Günther Fielmann Ehrenbürger Schleswig-Holsteins ist, setzt wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie ihre Dividende für 2019 aus. Der Konzern begründete dies am Dienstag mit den zu erwartenden negativen Auswirkungen auf Absatz, Umsatz und Gewinn.

Ein Corona-Infizierter im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat nach Angaben der Behörden die häusliche Quarantäne verlassen und zu mindestens drei Menschen Kontakt gehabt. Das sagte eine Sprecherin des Kreises der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe möglicherweise noch mehr Personen getroffen, dies werde derzeit überprüft. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet. Dem Mann droht mindestens ein Bußgeld, möglicherweise aber auch eine Strafanzeige, sollten weitere Verstöße bekannt werden, sagte die Sprecherin.

Erzbischof Stefan Heße dankte den Landesregierungen von Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein für ihr bisheriges Handeln in der Krise. Wie das Erzbistum Hamburg mitteilte, habe Heße in Schreiben an Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) das "umsichtige, konsequente und transparente Handeln" ihrer Landesregierungen gewürdigt. "Das lässt mich hoffen, dass wir einen guten Weg durch die Krise finden werden", schrieb er nach Angaben des Erzbistums.

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