Sie sind hier: Home > Regional > Kiel >

Kiel: Mann zündet Gebäude wegen Katze an – 5,5 Jahre Haft

"Ihr kommt hier nicht raus!"  

Mann zündet Gebäude wegen Katze an – fünfeinhalb Jahre Haft

09.04.2020, 17:47 Uhr | dpa

Kiel: Mann zündet Gebäude wegen Katze an – 5,5 Jahre Haft. Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand (Quelle: dpa/David-Wolfgang Ebener)

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand (Symbolbild): Ein Mann hat bei Kiel ein Gebäude in Brand gesetzt, weil ihm seine Katze weggenommen wurde. (Quelle: David-Wolfgang Ebener/dpa)

Weil ihm seine Katze weggenommen worden ist, hat ein Mann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde ein Haus angezündet. Wegen versuchten Mordes muss er nun fünfeinhalb Jahre in Haft.

Wegen zweifachen Mordversuchs in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung ist ein Katzenbesitzer aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde zu fünfeinhalb Jahre Gefängnis verurteilt worden. Der Mann legte nach Feststellungen des Kieler Landgerichts in der Nacht zum 2. Oktober 2019 im sogenannten Masuren-Hof in Hamweddel vorsätzlich Feuer. Das über 300 Jahre alte Gebäude brannte völlig nieder. Vier Mitbewohner konnten sich gerade noch retten. Auslöser des Verbrechens war die Wegnahme der Katze des Angeklagten durch das Ordnungsamt.

Die Behörde schritt ein, nachdem sich eine Mitbewohnerin über den durchdringenden Katzenklo-Gestank im Treppenhaus und das andauernde Miauen des Tieres in Abwesenheit des Angeklagten beschwert hatte. Der 35-Jährige hatte zuvor Hausbesuche verweigert. "Sie war sein Ein und Alles, sein einziger innerer Halt", sagte der Vorsitzende Richter Jörg Brommann bei Verkündung des Urteils. Als die Wohnung schließlich zwangsweise geöffnet wurde, war alles extrem verdreckt und zugemüllt, der Boden übersät mit Unrat, schilderte Brommann.

"Ich werde euch umbringen!"

Vor der Tat stieß der von Drogenmissbrauch gekennzeichnete Angeklagte laut Urteil mehrfach Drohungen aus: "Ihr kommt hier nicht raus! Ich werde euch umbringen! Ich fackel die Bude ab." Eine der beiden Mitbewohnerinnen, die noch zwei Mal ins Haus zurückkehrte, um ihre beiden Möpse zu retten, ist noch immer schwer traumatisiert. Sie weinte bei ihrer Aussage.

Der Behauptung des Angeklagten, er habe den Brand nicht verursacht, glaubte das Gericht nicht. "Die Kammer hat keine Zweifel, dass der Angeklagte den Brand vorsätzlich legte." Sie ließ allerdings strafmildernde Gründe wie seine desolaten Lebensverhältnisse und Alkoholeinfluss gelten, die seine Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit erheblich verminderten. Dass der Mann die beiden Mitbewohnerinnen im Obergeschoss des Hauses nicht warnte, sondern sie arg- und wehrlos zurückließ, erfülle aber Mordmerkmale wie Heimtücke, sagte der Vorsitzende.

Die Staatsanwaltschaft beantragte drei Jahre und zehn Monate Haft. Nebenklage und Verteidigung plädierten für eine Verurteilung, nannten aber kein konkretes Strafmaß. Verteidiger und Staatsanwältin signalisierten Zustimmung zum Urteil. Es wird aller Voraussicht nach rechtskräftig, sagte der Verteidiger.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal