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Millionenschaden: Vier Jahre Haft für Ex-Casio-Mitarbeiter

Kiel  

Millionenschaden: Vier Jahre Haft für Ex-Casio-Mitarbeiter

01.07.2020, 00:22 Uhr | dpa

Millionenschaden: Vier Jahre Haft für Ex-Casio-Mitarbeiter. Justitia-Statue

Eine Bronzeplastik der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Wegen Veruntreuung von 2,8 Millionen Euro aus der Firmenkasse der Casio Europa-Zentrale in Norderstedt muss ein früherer Finanzmanager des Unternehmens vier Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sprach den 61-Jährigen am Mittwoch wegen Untreue in 326 Fällen schuldig. Zudem verfügte die Wirtschaftsstrafkammer nach Angaben eines Gerichtssprechers die Einziehung des Schadensbetrags.

Der nicht vorbestrafte Angeklagte hatte frühzeitig gestanden, im Tatzeitraum von 2014 bis 2019 unbemerkt Firmengelder auf ein eigenes Konto transferiert zu haben. Nach seinen Schilderungen fand er Schwachstellen in der Buchhaltung, die er für sich ausnutzte. So habe es zahllose Beträge gegeben, die keinem Vorgang mehr zuzuordnen gewesen seien, die niemand vermisst habe und die er schließlich über fingierte Lieferantenkonten an sich selbst überwies.

"Es gab keine Kontrollen, weder extern noch intern", sagte er. Man habe es ihm leichtgemacht. Andernfalls hätte man "viel früher, vor vielen Jahren herausfinden können, was ich tat". Auch Wirtschaftsprüfern sei nichts aufgefallen. Im Unternehmen war der Mann für Buchhaltung und Zahlungsverkehr zuständig.

Die Pressestelle der Casio Europa GmbH spricht sogar von insgesamt sechs Millionen Euro Schaden. Diesen Betrag habe der Mann von 2004 an beiseite geschafft, teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite im Februar mit. Ein Teil der Fälle gilt als verjährt.

Der Ex-Manager wurde nach Casio-Angaben im September 2019 fristlos entlassen und sitzt in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl bleibt auf Anordnung des Gerichts wegen eventueller Fluchtgefahr bestehen. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre und drei Monate, die Verteidigung ein Jahr und acht Monate gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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