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Bahn als Busunternehmen im Norden auf Modernisierungskurs

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Bahn als Busunternehmen im Norden auf Modernisierungskurs

12.08.2020, 07:02 Uhr | dpa

Die Deutsche Bahn verpasst ihrer Busflotte in Schleswig-Holstein eine Verjüngungskur. Bis Mai nächsten Jahres will ihre Bus-Tochter Autokraft im Norden 226 neue und durchweg klimatisierte Busse einsetzen, vom Kleinbus bis zum großen Gelenkbus. "90 davon werden mit Hybridtechnik ausgestattet, also auch mit Elektromotor fahren", sagte Geschäftsführer Daniel Marx der Deutschen Presse-Agentur. Für die seit 2018 laufende verstärkte Erneuerung stellt die Bahn insgesamt rund 60 Millionen Euro bereit. Die jetzt 75 Jahre alte Autokraft wolle zu einem "grüneren" Nahverkehr im Land beitragen, sagte Marx.

Schon zu Jahresbeginn 2021 wird die Busgesellschaft im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit einem neuen Konzept an den Start gehen. Autokraft hatte dort die größte Ausschreibung in der Geschichte von DB Regio Bus gewonnen. Demnach wird das Unternehmen jährlich neun Millionen Kilometer mit Fahrgästen unterwegs sein - Gesamtumsatz bis 2031: mehr als 280 Millionen Euro. Um das zu bewältigen, stellt Autokraft 110 neue Fahrer ein.

Allerdings sind noch 50 Stellen frei. Marx bestätigte einen grundsätzlichen Fahrermangel. "Wir hatten in der Branche insgesamt Probleme, Mitarbeiter zu gewinnen", sagte er. "Das hat sich mit dem Zusammenbruch des Reisebusverkehrs etwas entspannt, weil damit Fahrer frei wurden." Er sei zuversichtlich, die offenen Stellen noch zu besetzen, sagte Marx. "Wir sind ja auch ein guter Arbeitgeber und zahlen gute Löhne." Zudem investiere das Unternehmen kräftig in Ausbildung und Umschulung.

Die Corona-Krise hat auch der Autokraft mit ihren bald 900 Mitarbeitern im Land schwere Verluste beschert. "Während des Lockdowns war die Nachfrage auf 10 bis 20 Prozent eingebrochen", sagte Marx. "Nun sind wir wieder bei 60 bis 70 Prozent des Fahrgastaufkommens." Offen sei, wie sich nach Schuljahresbeginn jetzt das Hauptgeschäft Schülerverkehr entwickelt. Den "Kielius"-Bus zum Flughafen Hamburg hatte das Unternehmen vorübergehend ganz eingestellt, weil so gut wie keine Flugzeuge mehr flogen.

Dieses Jahr wird die Autokraft Marx zufolge wegen der Corona-Folgen mit einem deutlich negativen Ergebnissen abschließen, nach zufriedenstellenden Vorjahren. Mit Hilfe von Bundes- und Landesmitteln hofft die Autokraft, den Schaden für das eigene Unternehmen und die Kreise als Aufgabenträger zu begrenzen.

Zum Modernisierungskurs der Autokraft gehört es auch, die Einführung elektronischer Tickets für alle Busse im Norden beschleunigen. "Wir testen auch ein Spray, das Oberflächen im Bus antibakteriell beschichtet", sagte Marx vor dem Corona-Hintergrund. "Außerdem wollen wir dafür sorgen, dass Fahrgäste mit so wenig Berührungen wie möglich auskommen können." Aber schon jetzt sei das Busfahren nachweislich nicht gefährlich. "Die Maskenpflicht für Mitfahrende versuchen wir so gut wie möglich einzuhalten", sagte Marx. Fahrer dürften die Pflicht aber aus rechtlichen Gründen nicht durchsetzen. In strittigen Fällen hielten sie an und kontaktierten die Polizei oder das Ordnungsamt. "Wir machen auch mit Durchsagen auf die Maskenpflicht aufmerksam."

Im Herbst will die Autokraft laut Marx in Schleswig-Holstein erste Hybridbusse einsetzen, um ihren "ökologischen Fußabdruck" zu vergrößern. Zudem sollen in einem weiteren Pilotprojekt zwei Wasserstoffbusse im Linienverkehr rund um Husum und Niebüll (Kreis Nordfriesland) fahren.

Derzeit ist die Autokraft im Norden nach eigenen Angaben mit 500 eigenen Bussen unterwegs. 500 weitere stellen täglich Partnerunternehmen. "Wir kommen auf einen Marktanteil von 80 Prozent im regionalen Busverkehr, bei einem Umsatz von knapp 100 Millionen Euro", sagte Marx. Die Autokraft-Busse legen mit ihren Fahrgästen jährlich 35 Millionen Kilometer zurück. Die Tendenz ist Marx zufolge stabil.

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