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Junge Mutter erwürgt: 13 Jahre Haft gefordert

Kiel  

Junge Mutter erwürgt: 13 Jahre Haft gefordert

31.08.2020, 02:03 Uhr | dpa

Junge Mutter erwürgt: 13 Jahre Haft gefordert. Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht

Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbol (Quelle: dpa)

Für den gewaltsamen Tod einer jungen Mutter in einem Rendsburger Hotel hat die Staatsanwaltschaft am Montag 13 Jahre Haft für den mutmaßlichen Täter beantragt. Der 25-jährige Angeklagte habe sich im Februar 2020 des Totschlags schuldig gemacht, als er die Mutter eines gemeinsamen kleinen Sohnes in den sogenannten Schwitzkasten nahm und erwürgte, sagte die Staatsanwältin. Der aus Tunesien stammende Mann habe dabei ihren Tod billigend in Kauf genommen.

Zu der Tat kam es nach Auffassung der Anklägerin nach einem weitgehend harmonischen Tag im Streit um das Kind. Der Angeklagte sei mit dem Umgangsrecht und dem Umstand unzufrieden gewesen, dass die Mutter den kleinen Sohn taufen ließ. Außerdem habe er eifersüchtig auf andere Männerbekanntschaften der Frau reagiert, die sich nach wiederholten schweren Übergriffen von ihm getrennt und ein Gewaltschutzabkommen erwirkt hatte. Dennoch traf sie sich am Tattag mit dem Angeklagten, um ihm ein Treffen mit dem Sohn zu ermöglichen. Sie hatte deswegen auch das Hotelzimmer gebucht.

Das sechs Monate alte Kind lag unversehrt neben der Mutter auf dem Kopfkissen. Es lebt inzwischen bei der Mutter des Opfers. Sie und eine Schwester der Toten sind Nebenklägerinnen.

Die Persönlichkeit des Angeklagten beschrieb die Staatsanwältin unter Hinweis auf ein psychiatrisches Gutachten als hochaggressiv, gewalttätig und eifersüchtig. Zu seinen Gunsten spreche sein weitgehendes Geständnis. Doch sei der Mann einschlägig vorbestraft. Schon als 18-Jähriger habe er in Schweden seine damalige dortige Frau schwer misshandelt, sagte die Staatsanwältin. Er wurde deswegen zu zwei Jahren Haft verurteilt und aus Schweden ausgewiesen.

Vor dem Plädoyer hatte das Schwurgericht rund drei Stunden lang schwedische Gerichtsakten verlesen. Die Verteidigung soll nun am 9. September (11.00 Uhr) vor dem Urteil am selben Tag plädieren.

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