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Herbstferien: Günther rät zum Verzicht auf Auslandsurlaub

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Herbstferien: Günther rät zum Verzicht auf Auslandsurlaub

23.09.2020, 15:37 Uhr | dpa

Herbstferien: Günther rät zum Verzicht auf Auslandsurlaub. Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein. Foto: Christian Charisius/dpa (Quelle: dpa)

Regierungschef Daniel Günther (CDU) hat den Schleswig-Holsteinern angesichts der Corona-Pandemie zum Verzicht auf weite Reisen geraten. "Verzichten Sie bitte auf einen Urlaub in den Herbstferien", sagte Günther am Mittwoch in Kiel. Er könne verstehen, dass "man mal raus will". Aber: "So sicher wie in Schleswig-Holstein werden Sie es in kaum einer anderen Region finden." Und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) riet in der "Bild"-Zeitung Eltern zudem, statt in den Herbsturlaub zu fahren, das Geld besser für Laptops oder Tablets für ihre Schulkinder auszugeben.

Mit ihrem Aufruf an die Eltern hofft die Ministerin auch zur Corona-Eindämmung beizutragen. "Damit helfen Sie auch, die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen. Wenn wir wollen, dass die Schulen auch nach den Ferien geöffnet bleiben, dann heißt es: zu Hause bleiben." Die Herbstferien in Schleswig-Holstein dauern vom 5. bis 16. Oktober.

Mit Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) appellierte Günther, die Corona-Regeln weiter einzuhalten. "Weit über 90 Prozent aller Menschen in Schleswig-Holstein halten sich an die Regeln", sagte Günther. Deutlich weniger als jeder Zehnte sei jedoch mit "dem Regelwerk nicht ganz so vertraut".

In anderen Ländern stiegen die Infektionszahlen wieder an, sagte Günther. "Das muss uns keine Angst machen." An der Corona-Verordnung seien derzeit keine weiteren Änderungen geplant. "Wir sehen im Moment keine weiteren Öffnungsschritte vor." Zunächst müssten die Auswirkungen der jüngsten Lockerungen abgewartet werden.

Garg rechnet damit, dass die Entwicklung der Pandemie im Herbst und Winter "vermutlich noch manche Herausforderung" bringt. Derzeit würden nur sechs Menschen im Norden wegen einer Covid-19-Erkrankung in Krankenhäusern behandelt. "Ich möchte, dass es so bleibt."

Bei der Eindämmung sei neben Mindestabständen und der Mund-Nasen-Bedeckung die Kontaktverfolgung das wichtigste Mittel, sagte Garg. Es sei rechtswidrig und rücksichtslos auf Gästelisten falsche Namen zu nennen. Er wünsche sich von den Gastwirten, dass diese noch genauer hinschauten.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern sei die Lage im Norden aber entspannter. "Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bezug auf 100 000 Einwohner liegt in Schleswig-Holstein bei etwas über sechs." Zum Vergleich: Den höchsten Wert eines Flächen-Bundeslandes hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) aktuell Bayern mit 19,1. Den bundesweit höchsten Wert verzeichnet Berlin mit 22,9. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 13,2.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein ist zwar höher als im Frühsommer, aber nicht dramatisch. Bei Tests wurden am Dienstag 38 Neuinfektionen innerhalb eines Tages bestätigt. Am Montag waren 40 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie im Norden erhöhte sich damit Stand Dienstagabend auf 4498, wie aus den von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben sind, blieb bei 161. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich Infizierten gelten laut RKI rund 4000 als genesen.

Zum vergangenen Wochenende waren in Schleswig-Holstein die Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus im Freizeit-, Sport- und Veranstaltungsbereich teilweise gelockert worden. So hat die Landesregierung größere Märkte und mehr Zuschauer bei Sportwettkämpfen erlaubt. Auch das paarweise Tanzen auf Familienfeiern ist seitdem wieder möglich. Dabei muss aber Abstand zum nächsten Paar gewahrt werden. An privaten Feiern dürfen in Gebäuden weiter höchstens 50 Personen teilnehmen.

Nach dem Corona-Fall eines Auszubildenden der Polizeischule in Eutin (Kreis Ostholstein) waren am Mittwoch 41 Menschen in Quarantäne oder vorsorglich vom Dienst freigestellt. Das teilte ein Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zuvor hatten andere Medien über den Corona-Fall in der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei Schleswig-Holstein berichtet. Laut "Kieler Nachrichten" sollen zeitweise 87 Menschen in Quarantäne oder vom Dienst freigestellt gewesen sein.

In Neumünster hat sich die vor einigen Tagen schwierige Corona-Lage entspannt. Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Mittwoch 12.00 Uhr 22,2. Am Sonntag hatte der Wert bei 31 gelegen.

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