Sie sind hier: Home > Regional > Kiel >

Jamaika-Koalition will beim Klimaschutz noch zulegen

Kiel  

Jamaika-Koalition will beim Klimaschutz noch zulegen

30.10.2020, 09:53 Uhr | dpa

Jamaika-Koalition will beim Klimaschutz noch zulegen. Umwelt- und Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne)

Schleswig-Holsteins Umwelt- und Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Schleswig-Holsteins Regierungskoalition will den Klimaschutz stärker vorantreiben. Umwelt- und Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) kündigte am Freitag in Kiel für nächstes Jahr ein überarbeitetes Energiewende- und Klimaschutzgesetz an. Darauf habe sich die Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP verständigt. Das Gesetz soll umfassende Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen festschreiben. Außerdem sehen die Pläne unter anderem Regelungen für den Bau von mehr Photovoltaikanlagen und Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrsbereich vor.

"Klimaschutz soll zum Standard werden", betonte Albrecht. "Wir brauchen mehr Verbindlichkeit und bessere Rahmenbedingungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Land."

Schleswig-Holstein wolle Vorreiterland bei der Energiewende sein, sagte Albrecht. Nach seinen Angaben wurden mittlerweile nach jahrelanger Stagnation in diesem Jahr etwa 100 neue Windanlagen genehmigt. "Damit sind wir absoluter Vorreiter im Bundeskonzert."

Am Dienstag wird das Kabinett Albrecht zufolge einen Bericht von ihm zu dem Gesetz beraten. Dieses solle bis zum Herbst 2021 beschlossen werden. Die Klimaschutzziele des Landes wie die Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 sollen ambitioniert verfolgt und bei entsprechenden Änderungen auf EU- und Bundesebene dynamisch nach oben angepasst werden, erklärte der Minister. Er persönlich hielte es für notwendig, dieses Ziel "anzuschärfen", sagte Albrecht. Es könne derzeit aber nicht erhöht werden, weil die Rahmenbedingungen von Bund und EU dies noch nicht hergäben.

Die Klimakrise spitze sich zu und lasse sich auch nicht von der Corona-Krise beeindrucken, sagte Albrecht. Schleswig-Holstein habe schon eines der ambitioniertesten Gesetze, aber es sei noch ambitioniertes Handeln erforderlich.

Albrecht will größere Kommunen verpflichten, Wärmepläne aufzustellen. So könnte man bei fast der Hälfte der Haushalte in Schleswig-Holstein die Umstellung auf erneuerbare Energien besser planen. Die Landesregierung stelle hierfür zusätzliches Geld bereit. Zudem soll analog zur bestehenden Regel beim Neubau eine Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung des Gebäudebestandes eingeführt werden. "Der Altbestand ist bei der Wärme die größte Baustelle", sagte Albrecht. "Wärmepumpen und Thermieanlagen sind schon heute die bessere Alternative zur Ölheizung." Albrecht schlägt auch vor, dass beim Austausch einer Heizungsanlage in Gebäuden, die vor 2009 gebaut wurden, mindestens 15 Prozent des jährlichen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken sind.

Albrecht will auch den Ausbau der Photovoltaik stärker vorantreiben. Studien zufolge gebe es ein Potenzial auf Gebäuden im Land von 7 bis 9 Gigawatt; derzeit seien nur 1,1 Gigawatt installiert. "Für die Besitzer sind Photovoltaikanlagen eine Investition in die sichere Zukunft", sagte der Minister. Bei neu errichteten Parkplätzen mit über 100 Stellplätzen soll ein Dach mit Photovoltaik ebenso zum Standard werden wie beim Neubau von Nichtwohngebäuden. Auch die Elektromobilität will die Koalition weiter voranbringen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal