Sie sind hier: Home > Regional > Kiel >

Kiel: Ex-Kommandant wegen Misshandlung verurteilt

Zu Geldstrafe  

Ex-Kommandant in Kiel wegen Misshandlung verurteilt

26.11.2020, 08:37 Uhr | dpa

Kiel: Ex-Kommandant wegen Misshandlung verurteilt. Richterhammer (Symbolbild): Ein Offizier der Bundeswehr wurde in Kiel zu einer Geldstrafe verurteilt. (Quelle: dpa/Uli Deck)

Richterhammer (Symbolbild): Ein Offizier der Bundeswehr wurde in Kiel zu einer Geldstrafe verurteilt. (Quelle: Uli Deck/dpa)

Ein Trinkgelage auf einem Versorgungsschiff der deutschen Bundeswehr ist ausgeartet. Gegen einen Offizier wurde ermittelt – jetzt wurde er auch verurteilt.

Wegen Misshandlung eines Untergebenen muss ein Offizier der Bundeswehr 3.450 Euro Geldstrafe (30 Tagessätze zu je 115 Euro) zahlen. Das Kieler Amtsgericht zeigte sich am Mittwoch nach zwei Verhandlungstagen überzeugt, dass der damalige Kommandant eines Versorgungsschiffes der Deutschen Marine es im November 2018 gefördert habe, dem Kameraden gegen dessen Willen an Bord die Haare zu scheren.

Nach Angaben des Verteidigers folgte das Gericht mit seinem Urteil der Auffassung des Staatsanwalts, der von einem minderschweren Fall ausging, weil der Geschädigte zunächst noch mit der Aktion einverstanden gewesen sei. Als dieser aber halbherzige Anstalten gemacht habe, sich der Schur zu entziehen, hätte dem Kommandanten klar sein müssen, dass er die Rasur hätte beenden müssen. Das aber sei unterblieben. Wie der Verteidiger weiter mitteilte, nahm der 36-Jährige das Urteil an. Es ist damit rechtskräftig.

Angeklagter schämte sich für die Tat

Die Anklage hatte dem Offizier zunächst vorgeworfen, dass während eines damaligen Trinkgelages an Bord zwei Soldaten zwangsweise der Kopf geschoren und einem auch der Bart abrasiert wurde. Das Schiff lag dabei in Batumi in Georgien vor Anker.

Nicht nur der Angeklagte, auch die Zeugen – darunter einer der beiden Geschädigten – hatten sich aber in entscheidenden Punkten auf alkoholbedingte Erinnerungslücken berufen. Fotos und ein Video der Aktion, die der damalige Kommandant aufgenommen und im Kreis der Crew gezeigt haben soll, gibt es nicht mehr. Der Angeklagte löschte sie noch an Bord. "Es war mir peinlich, dass ich bei solch einem Geschehen dabei war", sagte er.

Der Offizier wurde nach eigener Aussage unmittelbar nach dem Vorfall an Bord von seinem Kommando entbunden und ins Logistikkommando der Bundeswehr versetzt. Ob er wie gewünscht wieder zur See darf, ist offen. Ihm droht noch ein Verfahren vor dem Truppendienstgericht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal