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Förde Sparkasse und Sparkasse Mittelholstein: Keine Fusion

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Förde Sparkasse und Sparkasse Mittelholstein: Keine Fusion

18.12.2020, 13:59 Uhr | dpa

Förde Sparkasse und Sparkasse Mittelholstein: Keine Fusion. Hauptstelle der Förde Sparkasse

Das Logo der Sparkasse ist an der Hauptstelle der Förde Sparkasse in Kiel zu sehen. Foto: picture alliance / dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Die angestrebte Fusion der Sparkasse Mittelholstein und der Förde Sparkasse (Kiel) ist gescheitert. Beide Kreditinstitute gaben am Freitag die Einstellung der im September gestarteten Gespräche bekannt. Ein Zusammenschluss sei sowohl von der Wirtschaft als auch den politischen Entscheidungsträgern als richtig bezeichnet worden. Doch zur Fusionsrichtung habe es konträre Auffassungen gegeben.

Um die Rechte der heutigen Träger und Aktionäre bestmöglich zu erhalten, sollte die Förde Sparkasse auf die Sparkasse Mittelholstein AG verschmolzen und die neue Sparkasse somit als Aktiengesellschaft fortgeführt werden. "Diese Pläne wurden vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin und dem Deutschen Landkreistag massiv kritisiert und unterminiert", heißt es in der Erklärung.

"Bedauerlicherweise ist es nicht gelungen, in der Diskussion mit den Spitzenverbänden eine primär sachbezogene Ebene zu erreichen", äußerten die Vorstandsvorsitzenden Götz Bormann (Förde Sparkasse) und Sören Abendroth (Mittelholstein). "In der emotionalisierten Atmosphäre standen dementsprechend inhaltliche Argumente nicht im Fokus." Ein sachorientierter Meinungsbildungsprozess sei angesichts vehementer Einflussnahmen in ungekannter Tonalität nicht mehr möglich.

Sie bedauerten die Entwicklung außerordentlich, erklärten Abendroth und Bormann. Beide Sparkassen sind jeweils Marktführer in ihren Geschäftsgebieten und sehen sich auch individuell gut für die Zukunft aufgestellt. Die Institute hatten zum Auftakt der Fusionsgespräche angegeben, sie seien wirtschaftlich kerngesund, wollten sich aber rechtzeitig auf schärfere Wettbewerbsbedingungen einstellen. Die Bilanzsumme der Förde Sparkasse beträgt nach Unternehmensangaben 7,8 Milliarden Euro und die der Sparkasse Mittelholstein 2,7 Milliarden Euro. Beschäftigt sind zusammen rund 1600 Mitarbeiter.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz reagierte enttäuscht. Auch für Sparkassen sei eine kapitalmarktfähige Größe wichtig. "Das wäre mit der Fusion dieser beiden Sparkassen möglich gewesen", sagte der FDP-Politiker. "Hier haben leider eher Verbandsinteressen und Interessen, die wenig mit den Marktsituationen zu tun haben, sich durchgesetzt."

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband begrüßte dagegen das Ergebnis. "Der Verwaltungsrat der Förde Sparkasse hat die sachlichen Möglichkeiten und die zwingenden rechtlichen Vorgaben aus unserer Sicht angemessen bewertet und entschieden, die nicht umsetzbaren Fusionspläne nicht weiter zu verfolgen", erklärte Sprecher Stefan Marotzke. "Das ist aus unserer Sicht sachgerecht."

Mit Überraschung und Bedauern nahm dagegen CDU-Landtagsfraktionschef Tobias Koch die Nachricht auf. Ein fusioniertes Geldinstitut hätte zukunftsstark im Sinne der Kunden am Markt bestehen können, sagte er. Die Fusion habe sich aus regionalen Gründen geradezu angeboten. "Der Fusionsplan war gut und sicher durchdacht." Koch sprach von einer vertanen Chance. "Denn durch die Fusion wäre die Leistungskraft beider Sparkassen gerade im mittelständischen Bereich deutlich gestärkt worden."

Es sei richtig, die Fusion nicht weiter zu verfolgen, meinte dagegen der Grünen-Finanzpolitiker Lasse Petersdotter. Die für ein solches Projekt nötige breite Unterstützung habe es nie gegeben. Die sehr bittere Debatte zwischen Förde Sparkasse und Verband sollte aber nicht die Zusammenarbeit belasten. "Ich bin grundsätzlich sehr skeptisch, ob als Aktiengesellschaft organisierte Sparkassen ihrem ursprünglichen Auftrag ausreichend gerecht werden können", sagte Petersdotter. "Es braucht keine Wildwest-Sparkasse, die in anderen Geschäftsgebieten wildert." Das Regionalitätsprinzip und die Gemeinwohlorientierung seien die entscheidenden Merkmale einer klassischen Sparkasse. Beide seien bei einer Aktiengesellschaft nicht gesichert.

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