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Köln: Chaos in der Asservatenkammer der Polizei

Verdacht auf Unterschlagung  

Chaos in der Asservatenkammer der Kölner Polizei

28.06.2019, 13:58 Uhr | dpa

Köln: Chaos in der Asservatenkammer der Polizei. Eine Polizeiwache: In der Kölner Asservatenkammer kam es zu einem großen Durcheinander. (Quelle: imago images/Waldmüller)

Eine Polizeiwache: In der Kölner Asservatenkammer kam es zu einem großen Durcheinander. (Quelle: Waldmüller/imago images)

In der Asservatenkammer der Kölner Polizei herrscht seit Monaten Chaos: Ein Angestellter soll über einen längeren Zeitraum neue Asservate – also als Beweismittel beschlagnahmte Gegenstände – wahllos in die Regale gestopft haben.

Demnach verzeichnete der Mann zwar den Eingang neuer Dinge, hielt aber den Lagerort nirgendwo fest. Als Folge seien mehrere Mitarbeiter bereits seit geraumer Zeit damit beschäftigt, Ordnung in das Durcheinander zu bringen. Dies werde wahrscheinlich noch Monate dauern, sagte die Sprecherin.

Die Sache flog auf, nachdem ein Kollege des Angestellten im vergangenen September misstrauisch geworden war und seinen Vorgesetzten informiert hatte. In der Asservatenkammer im Keller des Präsidiums hätten sich Akten gestapelt, Beweismittel seien nicht mehr auffindbar gewesen. Zunächst ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung gegen den Mann, das Verfahren wurde nach Angaben eines Sprechers aber eingestellt. Strafverfahren und Gerichtsprozesse hätten sich durch die Missstände nicht verzögert.

Der Mitarbeiter bekam eine Abmahnung und wurde in eine andere Dienststelle versetzt. "Er war wohl einfach mit der Masse an Vorgängen überlastet", sagte Kriminaldirektor Stephan Wetzel. Um die Belastung der Beschäftigten zu senken, sei die Asservatenkammer mittlerweile personell um eine Stelle verstärkt worden.

Bei der Polizei in Essen waren kürzlich rund 10.000 Euro aus einem Panzerschrank in der Asservatenkammer verschwunden. Das Geld war in einem Fall von Sozialleistungsbetrug als Beweismittel sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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