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Köln: Beliebter Grill-Hügel verursacht auch Probleme

Viel Müll an warmen Tagen  

Beliebter Grill-Hügel in Köln verursacht auch Probleme

Von Dierk Himstedt

21.08.2019, 14:13 Uhr
Köln: Beliebter Grill-Hügel verursacht auch Probleme. Viele Menschen auf dem Aachener Weiher: Rudel-Grillen ist hier Gang und Gebe. (Quelle: Dierk Himstedt)

Viele Menschen auf dem Aachener Weiher: Rudel-Grillen ist hier Gang und Gebe. (Quelle: Dierk Himstedt)

An sommerlichen Nachmittagen sieht die Wiese über dem Aachener Weiher in Köln aus wie die voll besetzte Tribüne einer Arena. Auf jedem freien Flecken Wiese wird gechillt, gegrillt und geklönt. Doch das bereitet auch Probleme. 

Das letzte Ferienwochenende verspricht sommerliche Temperaturen um die 30 Grad. Ein Hotspot für Sonnenanbeter wird wohl wieder die Wiese am Aachener Weiher in Köln sein. Denn wenn es angenehm warm ist, versammeln sich auf Kölns beliebtem Grill-Hügel wieder zahlreiche Kölner mit kalten Getränken.

"Das ist manchmal wie Urlaub hier. Ich hab sogar meinen Freund am Weiher kennen gelernt", strahlt die 26-jährige Nadine bestens gelaunt. Sie kommt mit Freunden regelmäßig an den Weiher, auch in der Woche. "Man trifft hier gut gelaunte Leute und es ist was los", sagt sie. Nebenan spielt eine Gruppe "Beer Pong", ein amerikanisches Spiel, bei dem man Tischtennisbälle in halb volle Kölschbecher wirft, die dann im Falle eines Treffers ausgetrunken werden müssen.

Freunde spielen "Beer Pong" am Aachener Weiher in Köln: An Sommertagen fällt hier wegen der vielen Grills viel Müll an. (Quelle: Dierk Himstedt)Freunde spielen "Beer Pong" am Aachener Weiher in Köln: An Sommertagen fällt hier wegen der vielen Grills viel Müll an. (Quelle: Dierk Himstedt)

An manchen Tagen verbringen Hunderte von Kölnern am Weiherhügel den Nachmittag bis in den Abend hinein – böse Zungen sprechen schon vom Rudel-Grillen am Aachener Weiher. Grundsätzlich ist das zwar ausdrücklich erlaubt. Allerdings stellt die Stadt Köln einige Regeln auf, an die sich die Besucher halten müssen.

Regeln sollen Rudel-Grillen bändigen

Mobile Grills, insbesondere Einweg-Grills, die auf oder zu nah über dem Gras stehen (weniger als 30 Zentimeter), dürfen zum Beispiel nicht benutzt werden, weil sie die Grasnarben beschädigen. Dafür kann es ein Bußgeld in Höhe von aktuell 55 Euro geben – im Wiederholungsfall bis zu 500 Euro. Beim Müll oder einer offenen Feuerstelle geht es ab 35 Euro los und kann im Extremfall bis auf 700 Euro Bußgeld ansteigen.

Ein mobiler Einweg-Grill: Solche Vorrichtungen schädigen das Gras und sind deswegen am Weiher verboten. (Quelle: Dierk Himstedt/Archivbild)Ein mobiler Einweg-Grill: Solche Vorrichtungen schädigen das Gras und sind deswegen am Weiher verboten. (Quelle: Dierk Himstedt/Archivbild)

In der Gruppe von Nadine hat es noch keinen getroffen. "Wir bringen unseren Müll immer weg", behauptet sie schmunzelnd. Dennoch finden die meisten in der Gruppe es grundsätzlich richtig, dass die Stadt bei Verstößen durchgreift.

Verstöße gibt es jede Menge

Neben den Grillsünden gibt es eine Reihe anderer Vergehen, gegen die die Stadt seit einiger Zeit stärker vorgeht: frei laufende Hunde, illegal abgestellte Autos im Umkreis des Weihers oder Alkohol bei Minderjährigen. Ganz oben auf der Liste steht aber der Müll. Das Ordnungsamt führt daher verstärkte Kontrollen durch, insbesondere dann, wenn sich die Beschwerden häufen, so Inge Schürmann, Sprecherin der Stadt Köln.

Dabei sprechen die eingesetzten Kräfte mündliche Verwarnungen aus, führen Gespräche mit den Sündern, verteilen aber eben auch Bußgelder bei schwerwiegenden Vergehen, wie zum Beispiel offenen Feuerstellen. Die Reaktionen darauf sind laut der Stadt unterschiedlich. Die meisten Ertappten seien einsichtig, einige wenige machen Schwierigkeiten und verweigern zum Beispiel die Herausgabe der Personalien, so Schürmann. In diesen seltenen Fällen könne es auch zu Polizeieinsätzen kommen.

Appelle und Informationen an Müllsünder

Die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) der Stadt setzen zudem seit ein paar Jahren so genannte Grillscouts ein. Das sind laut AWB-Sprecher Wilfried Berf meistens Studierende. "Wir setzen gezielt junge Leute ein, die die Sprache der meisten Besucher am Aachener Weiher sprechen. Unser Ansatz ist vor allem, zu informieren und zu appellieren – zum Beispiel, dass rund um den Aachener Weiher viele aufgestellte Behälter für Flaschen und Müll installiert sind", erläutert er das Konzept.

Mülleimer am Aachener Weiher: Grillscouts müssen die grillende Menge manchmal auf die Behälter hinweisen. (Quelle: Dierk Himstedt)Mülleimer am Aachener Weiher: Grillscouts müssen die grillende Menge manchmal auf die Behälter hinweisen. (Quelle: Dierk Himstedt)

Zudem verteile man auch Müllbeutel und Informations-Flyer, um die Besucher zu sensibilisieren, führt er weiter aus. Die Grillscouts werden vor ihrem Einsatz auch entsprechend geschult. "Unser Leiter für alle Sauberkeitsaktionen der AWB, Thomas Enzinger, führt an einem Tag Rollengespräche mit den Studenten durch, wie sie sich gegenüber den Besuchern verhalten sollten", führt Berf weiter aus.

Auch am kommenden Wochenende sind die Grillscouts wieder in Bereitschaft und auf Abruf. Denn alle äußeren Voraussetzungen sind gegeben: Es wird warm, keine Regenvorhersage und keine Gewitterwarnungen. Auf der Wiese am Aachener Weiher wird es voll werden. Somit also Arbeit genug für die Scouts.

Bilanz an einem normalen Sommer-Wochenende

Die Zahlen sind laut Aussage der Stadt von Einsatz zu Einsatz unterschiedlich. Aber in der Zeitspanne von 18 bis 20 Uhr wurden an einem sommerlichen Samstagabend am Aachener Weiher in diesem Jahr schon mal fünf Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeldbescheid wegen zu niedrigen Grills von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes eingeleitet. 13 mal mussten Kontrollierte Verwarngelder bezahlen – zum Beispiel wegen frei laufender Hunden, Lärmbelästigungen, Alkoholgenusses von Minderjährigen oder weggeworfener Zigarettenkippen. Zudem wurden rund 120 Präventivgespräche zu den aufgeführten Thematiken geführt.

Die Müllmengen am Aachener Weiher variieren ebenfalls stark. An Spitzenwochenenden wurden schon mal bis zu fünf Tonnen pro Tag eingesammelt – das ist knapp die Hälfte der Gesamtmenge der rund 50 Grünanlagen in Köln.

Verwendete Quellen:

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