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Köln: Toxische Mischung – Behörden schließen drei Apotheken nach Todesfällen

Toxischer Stoff gefunden  

Behörden schließen drei Apotheken nach Todesfällen in Köln

26.09.2019, 16:40 Uhr | dpa

 (Quelle: Marcel Kusch/dpa)
Köln: Auch Baby starb durch Giftstoff aus Apotheke

Nach den Todesfällen durch einen Giftstoff aus einer Kölner Apotheke ermittelt eine Mordkommission auf Hochtouren. Wie das Gift in die Arznei gelangte, könnte schwierig nachzuvollziehen sein - weil der Test normalerweise so harmlos ist. (Quelle: dpa)

Heilig-Geist-Apotheke in Köln: Die Mordkommission ermittelt weiter, nachdem zwei Menschen durch Giftstoffe in Medikamenten starben. (Quelle: dpa)


Nach zwei Todesfällen durch eine vergiftete Arznei haben die Behörden die sofortige Schließung von drei Apotheken in Köln angeordnet. 

In Köln sind nach zwei Todesfällen wegen der Einnahme von vergifteter Arznei aus einer Apotheke drei Filialen geschlossen worden. Es gehe um den vorbeugenden Gesundheitsschutz während der laufenden Ermittlungen, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag. Der Tod einer Mutter und ihres Babys waren am Montag öffentlich geworden.

"Da eine Gefährdung weiterer Kunden durch von der Apotheke abgegebene Arzneimittel nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, ist die vorübergehende Schließung des gesamten Apothekenbetriebs erforderlich", teilte die Bezirksregierung Köln mit. Es handelt sich um die Apotheke, aus der die vergiftete Arznei stammte, sowie um zwei Filialen, die zum selben Apothekenverbund gehören.

Tod nach Einnahme von Glukose-Mischung

Eine 28-jährige schwangere Kölnerin war in der vergangenen Woche nach Angaben der Polizei gestorben, nachdem sie eine Glukose-Mischung aus einer Kölner Apotheke zu sich genommen hatte, die Teil eines Routine-Tests auf Diabetes in der Schwangerschaft gewesen sei. Auch das Baby, das man noch durch einen Kaiserschnitt zu retten versuchte, kam ums Leben.

Eine Obduktion hatte ergeben, dass die 28-Jährige an multiplem Organversagen starb. Auch ihr Baby starb an derselben Ursache. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen unbekannt eingeleitet. Eine Mordkommission ermittelt in alle Richtungen.


Bislang ist unklar, ob Fahrlässigkeit der Grund für die Verunreinigung des Mittels war oder ob jemand vorsätzlich handelte. Von der Bezirksregierung hieß es am Donnerstag: "Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte staatsanwaltschaftlich nicht abschließend ermittelt werden, wer die Verantwortung für die Verunreinigung trägt oder ob es sich möglicherweise um eine absichtliche Manipulation handelt."

Frau gibt Arznei aus Apotheke bei Polizei ab

Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien soll es sich bei dem giftigen Stoff um ein Betäubungsmittel handeln. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch die Stadt Köln wollten das allerdings zunächst nicht kommentieren.

Polizei und Stadt hatten ausdrücklich davor gewarnt, Glukose-Präparate aus der Heilig-Geist-Apotheke einzunehmen. Diese sollten stattdessen bei der Polizei abgegeben werden - was am Dienstag auch passierte. Eine Frau, die von ihrer Frauenarztpraxis informiert worden sei, habe ein Glukose-Präparat aus der Apotheke bei der Polizei abgegeben, bestätigte die Staatsanwaltschaft.

Opferschutzbeauftragte soll helfen

Die Opferschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen soll Geschädigten nun helfen. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf an. Vor allem, wenn man selbst Kinder habe, mache ein solches Drama sehr betroffen, sagte Laschet, der drei erwachsene Kinder hat.

Gerade weil es hier um einen normalerweise ganz gewöhnlichen Medikamentenkauf gehe, sei es richtig, dass die Polizei-, Justiz- und Gesundheitsbehörden nun konsequent handelten, um aufzuklären und andere Menschen zu schützen, betonte Laschet. Daher habe sich Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) dafür ausgesprochen, die drei Apotheken des betroffenen Verbundes zu schließen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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