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Köln: Weitere Giftspur aus Apotheke gefunden

Toxische Glukosemischung  

Weitere Giftspur aus Kölner Apotheke gefunden

02.10.2019, 15:15 Uhr | dpa

Köln: Apotheken bleiben nach Gift-Toten weiter geschlossen

Eine schwangere Frau und ihr Baby sind in Köln an einer vergifteten Glukosemischung gestorben. Im Rahmen der Ermittlungen wurden drei Apotheken geschlossen. (Quelle: Reuters)

Gift in Glukosemischung: Nach zwei Todesfällen in Köln wurden die Apotheken des Heilig-Geist-Verbunds vorerst geschlossen. (Quelle: Reuters)


Nachdem eine schwangere Frau und ihr notgeborenes Baby offenbar wegen einer vergifteten Glukosemischung aus einer Kölner Apotheke ums Leben gekommen waren, haben Ermittler in einem weiteren Tütchen Spuren der toxischen Mischung gefunden. Der Apothekenbetreiber klagt trotzdem auf Wiedereröffnung.

Nach den Todesfällen durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke wurde nun in einem weiteren Tütchen die toxische Substanz gefunden. Dabei handele es sich nur um sehr geringe Spuren, "die bei einer Einnahme offenbar nicht gesundheitsschädigend gewesen wären", erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. 

Eine Patientin hatte dieses Tütchen nach einem Aufruf der Behörden abgegeben. Der Inhalt war dann vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Köln untersucht worden. Weitere Personen hätten sich auf den Aufruf nicht gemeldet. Zuvor hatte der "Express" über das Analyseergebnis berichtet.

Apothekenbetreiber klagt auf Wiedereröffnung

Bevor der erneute Fund von einer toxischen Glukosemischung bekannt gemacht wurde, klagte der Betreiber der geschlossenen Apotheke bereits auf Wiedereröffnung gegen die Stadt Köln. Er habe eine einstweilige Verfügung beantragt, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Kölner Verwaltungsgerichts. Es gehe um drei Apotheken. "Er möchte erreichen, dass er sie wieder öffnen darf", erklärte die Sprecherin. Das Gericht werde frühestens nächste Woche darüber entscheiden. Zuvor hatte der Kölner "Express" berichtet.

Die Stadt Köln hatte auf Anweisung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Regierungspräsidiums alle drei Apotheken vorübergehend geschlossen, die der Mann in Köln betreibt. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte die Maßnahme am vergangenen Donnerstag damit begründet, dass jegliches Restrisiko für Patienten ausgeschlossen werden soll.

"Wir prüfen jeden Tag, ob es eine neue Lage gibt", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch am Rande des Gesundheitsausschusse des Landtags. So lange Vorsatz bei der Vergiftung der Glukose-Mischungen nicht ausgeschlossen werden könne, habe der Gesundheitsschutz "absoluten Vorrang".

Schwangere Frau und Baby an Organversagen gestorben

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Derzeit würden weiterhin Beweismittel ausgewertet und Zeugen vernommen. "Konkrete Hinweise darauf, dass in der betreffenden Apotheke gelagerte Glukose in anderen Apotheken verkauft worden wäre, liegen – jedenfalls derzeit – nicht vor", heißt es von der Behörde.


Eine schwangere Frau und ihr notgeborenes Baby waren vor knapp zwei Wochen an Organversagen gestorben, nachdem die 28-Jährige eine Glukose-Mischung aus einer der Apotheken zu sich genommen hatte. 

Erst einige Tage später wurde die Öffentlichkeit informiert und der betroffenen Apotheke zunächst untersagt, weiter Medikamente abzufüllen oder selbst zu mischen. Weitere drei Tage später ordneten Land und Bezirksregierung die Schließung der Apotheke sowie der beiden anderen Apotheken des Betreibers durch die Stadt Köln an.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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