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Schmutzige Shirts: Kleiderkammern vor Problemen

Magdeburg  

Schmutzige Shirts: Kleiderkammern vor Problemen

27.10.2019, 09:43 Uhr | dpa

Schmutzige Shirts: Kleiderkammern vor Problemen. Kleiderkammer

Hosen und Schuhe liegen in einem Regal. Foto: Gregor Fischer/Archiv (Quelle: dpa)

Schuhe, Hosen und Jacken für den kleinen Geldbeutel: In den Kleiderkammern im Land können sich Menschen, die sich keine neuen Anziehsachen leisten können, mit gespendeter, aber gut erhaltener Kleidung eindecken. Die Angebote seien beliebt, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Doch die Anlaufstellen kämpfen mit etlichen Problemen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Sachsen-Anhalt betreibt nach eigenen Angaben landesweit 35 Ausgabestellen für Kleidung. "Das Konzept der Kleiderausgabe variiert von Kleiderkammer zu Kleiderkammer", sagte DRK-Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle. Die meisten Kleiderkammern gäben T-Shirts, Hosen und Co. gegen eine freiwillige Spende oder kostenlos an Bedürftige weiter. Manchmal seien aber auch geringe Preise für die Waren angesetzt. Einige Anlaufstellen gäben ihre Kleidungsstücke nur beim Vorzeigen eines Sozialhilfenachweises oder anderen Dokuments heraus, so Uhle.

Der Malteser Hilfsdienst betreibt nach eigenen Angaben bundesweit rund 30 Kleiderkammern - davon zwei in Sachsen-Anhalt. "Von der normalen Alltagskleidung wie T-Shirts, Hosen und Pullover bis hin zu Liebhaber-Stücken wie Lederjacken und Kleidung für spezielle Feiern, zum Beispiel ein Erstkommunion-Kleid, gibt es hier ein breites Spektrum an Kleidung", sagte die Sprecherin des Malteser Hilfsdienstes, Annerose Sandner, in Köln. Die Teile kosteten in der Regel 50 Cent bis fünf Euro.

Sachspenden könnten rund um die Uhr in einen der bundesweit 8000 Kleidercontainer des Malteser Hilfsdienstes geworfen werden, hieß es. Diese würden wöchentlich geleert und anschließend sortiert. Es sei aber auch möglich, gespendete Hosen, Jacken und andere Kleidungsstücke persönlich einmal in der Woche im "Malteser Stübchen" in Oschersleben abzugeben.

Die Angebote erforderten jedoch viel Aufwand. "Wir hatten viel Arbeit und enorme Kosten mit der Kleiderausgabe", sagte eine Mitarbeiterin der Stadtmission Halle. Dort konnten sich Menschen mit wenig Geld gespendete Schuhe, Hosen und andere Waren holen. Die Kleidung sei aber oft verschmutzt oder zerrissen gewesen, hieß es. Für Reinigung, Reparatur oder notwendiger Entsorgung fielen hohe Summen an. Die Stadtmission stellte das Angebot daher vor wenigen Monaten ein.

Auch andere Kleiderkammern berichteten von Schwierigkeiten. "Das DRK in Sachsen-Anhalt stößt immer wieder auf Probleme bei der Besetzung der Kleiderkammern, da in den DRK-Kleiderkammern vorwiegend Ehrenamtliche tätig sind", erklärte Uhle. Diese übten oft einen Vollzeitjob aus und hätten nur im Anschluss Zeit für die freiwillige Arbeit. "Öffnungszeiten kundenfreundlich zu gestalten, wird dadurch zu einer Herausforderung."

"Wir würden uns über noch mehr ehrenamtliche Mitarbeit bei den Kleiderkammern sehr freuen", ergänzte die Sprecherin des Malteser Hilfsdienstes. Pro Kleiderkammer würden etwa drei bis fünf Helfer benötigt. Der DRK-Geschäftsführer schlug vor: "Die Kleiderkammern könnten stärker von engagierten Arbeitskräften profitieren, die über Maßnahmen der Jobcenter vermittelt werden, wenn die bürokratischen Hürden und der damit einhergehende Verwaltungsaufwand geringer wären."

Neben dem Mangel an helfenden Händen sei die sinkende Qualität der Spenden ein zunehmendes Problem. "Die "Fast Fashion"-Altkleider sind leider wertlos", so Sandner. Sie seien oft zerschlissen und müssten kostenaufwendig entsorgt werden. Außerdem würden immer mehr Menschen ihre Spenden ohne Kunststofftüte einwerfen. "Kleiderspenden benötigen jedoch den Schutz durch einen Kunststoff-Beutel – als Schutz vor Verschmutzung durch Müll, der leider auch oft in die Container geworfen wird."

Das Problem könnte sich sogar noch verschärfen. Es sei eine Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes geplant, sagte Sandner. Der Textil-Handel sei dann verpflichtet, gebrauchte Kleidung zurückzunehmen. Dadurch bleibe weniger für die Kleiderkammern übrig. Außerdem soll alte Kleidung nicht mehr in Restmülltonnen entsorgt werden, so Sandner. Dann bestehe die Gefahr, dass die wertlose Kleidung einfach in den Spendencontainern lande.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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