Sie sind hier: Home > Regional > Köln >

Köln: Wie Köln Hunde als Helfer etablieren möchte

Erleichterung im Alltag  

Wie Köln Hunde als Helfer etablieren möchte

Von Shonai Halfbrodt

29.11.2019, 15:45 Uhr
Köln: Wie Köln Hunde als Helfer etablieren möchte. Der Blindenführhund Fletcher und Assistenzhündin Mascha sitzen auf dem Boden: Köln hat sich nun zur assistenzhundfreundlichen Stadt erklärt. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)

Der Blindenführhund Fletcher und Assistenzhündin Mascha sitzen auf dem Boden: Köln hat sich nun zur assistenzhundfreundlichen Stadt erklärt. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)

Wer als Behinderter auf die Hilfe eines Hundes angewiesen ist, hat es in Köln bisher oft nicht leicht gehabt, weil die Tiere nicht überall mit reingenommen werden durften. Das soll sich nun ändern, denn Köln hat sich zur assistenzhundfreundlichen Stadt erklärt.

Die Stadt Köln hat sich per Beschluss zur ersten assistenzhundfreundlichen Stadt Deutschlands erklärt und ist der Zutrittskampagne "Assistenzhund willkommen" beigetreten. Stadtdirektor Stephan Keller und der Behindertenbeauftragte der Stadt Köln, Günter Bell, brachten die erste Zutrittsplakette an das Stadthaus in Deutz an. Damit dürfen Menschen mit ihren Assistenzhunden das Gebäude betreten. Denn das ist nicht überall der Fall.

Julia Standke, erste Vorsitzende des Vereins "Assistenzhunde NRW e.V.", freut sich darüber. Mit viel Ausdauer hat sie die Stadt Köln dazu gebracht, den Beschluss zu erklären. Strahlend steht sie mit ihrem Assistenzhund Cali vor dem Stadthaus in Deutz: "Fast eineinhalb Jahre hat die Aufklärungsarbeit gedauert. Aber ab heute haben es Assistenzhunde und ihre Besitzer in Köln leichter."

Zugang mit Hunden nicht überall erlaubt

Assistenzhunde werden auch Behindertenbegleithunde, Rehabilitationshunde oder kurz Rehahunde genannt und sind speziell ausgebildete Hunde, die bei einer Vielzahl von Einschränkungen helfen können. Sie leisten ihren Besitzern praktische Hilfe und können Gesundheitsrisiken erkennen.

Julia Standke mit ihrer Assistenzhündin Cali: Sie ist über den Beschluss der Stadt Köln froh. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)Julia Standke mit ihrer Assistenzhündin Cali: Sie ist über den Beschluss der Stadt Köln froh. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)

In Arztpraxen, Ämtern, Gaststätten oder Geschäften wird Menschen mit Behinderung jedoch oft der Zutritt mit ihrem Assistenzhund verwehrt. Und das, obwohl es klare Gesetze gibt, die die Mitnahme eines Assistenz- oder Blindenführhundes auch dort gestatten, wo es normalen Hunden nicht erlaubt ist. Laut Standke sei es vielen Menschen nicht bewusst, dass Assistenzhunde, genau wie Blindenführhunde, "eingetragene Hilfsmittel" für Menschen mit Behinderung sind.

Tiere sollen nicht mehr draußen warten müssen

"Es ist diskriminierend, wenn uns mit unseren Assistenzhunden der Zutritt verboten wird. Wir sind auf die Hilfe unserer Hunde angewiesen. Das wäre so, als würde man einen Rollstuhlfahrer bitten, vor dem Geschäft auszusteigen", moniert Standke.

Julia Standke, Manja M., Stadtdirektor Keller, Behindertenbeauftrager Bell und Günther M. mit Assistenzhunden vor dem Deutzer Stadthaus: In Köln sind Assistenzhunde nun willkommen. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)Julia Standke, Manja M., Stadtdirektor Keller, Behindertenbeauftrager Bell und Günther M. mit Assistenzhunden vor dem Deutzer Stadthaus: In Köln sind Assistenzhunde nun willkommen. (Quelle: Shanoi Halfbrodt)

Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderte Zutrittskampagne "Assistenzhund willkommen" soll jetzt das Zutrittsrecht von Assistenzhundteams verbessern und die Öffentlichkeit aufklären. Durchgeführt wird die Kampagne vom Verein "Pfotenpiloten e.V.".


"Ziel ist es, dass nun nach und nach an allen Ämtern der Stadt Köln solche Zutrittsplaketten angebracht werden und sich auch Einrichtungen wie Krankenhäuser an der Kampagne beteiligen“, erklärt Julia Standke.

Verwendete Quellen:
  • Eindrücke vor Ort
  • Gespräch mit Julia Standke

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal