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Köln: Fotograf bringt Bildband aus Hundesicht heraus – 86 Veedeldogs

Eine lebendige Geschichte  

86 Veedeldogs – Fotograf bringt Bildband aus Hundesicht heraus

Von Susanne Wächter

13.03.2020, 10:46 Uhr
Köln: Fotograf bringt Bildband aus Hundesicht heraus – 86 Veedeldogs. Ein Huskey vor dem Kölner Dom: Michael Hoffmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, Köln aus den Augen von Hunden zu zeigen. (Quelle: Susanne Wächter)

Ein Huskey vor dem Kölner Dom: Michael Hoffmann hat es sich zur Aufgabe gemacht, Köln aus den Augen von Hunden zu zeigen. (Quelle: Susanne Wächter)

86 Hunde stehen Modell. So viele wie Köln Veedel hat. Michael Hoffmann, seines Zeichens Fotograf, lichtet ausschließlich Hunde ab und versucht, die Stadt mit ihren Augen zu sehen.

331.865 Schritte ist er gegangen, über 60 Stunden hat er in der KVB verbracht und über 1.400 Kilometer zurückgelegt. Etwa 300 Seiten stark soll der Bildband am Ende sein. Soweit die Zahlen hinter seinem Projekt. Michael Hoffmann, der sich den Namen "Papagraf" gegeben hat, eine Zusammensetzung aus Papagei und Fotograf, ging lange schwanger mit seiner Idee, die Stadt einmal mit Hundeaugen zu betrachten. 2018 reifte sie dann und 2019 hat er begonnen, seine Modelle zu suchen. Dass sein Künstlername eher mit Papageien als mit Hunden zu tun hat, erklärt er damit, dass seine Nymphensittiche papageienartige Vögel seien und sie zuerst Modell gestanden haben. Heute fotografiert er fast ausschließlich Hunde. Und das, obwohl Hoffmann unter einer starken Hundehaarallergie leidet. Auch deshalb fotografiert er sie ausschließlich draußen.

Michael Hoffmann: Er nennt sich auch "Der Papagraf". (Quelle: Susanne Wächter)Michael Hoffmann: Er nennt sich auch "Der Papagraf". (Quelle: Susanne Wächter)

Um genug Modelle zu finden, hat er einen Aufruf über die Sozialen Netzwerke gestartet. "Voraussetzung war, dass die Hunde aus den entsprechenden Veedeln kommen", erklärt Hoffmann. Rund 5.000 Hundehalter haben sich beworben. Nicht alle kamen aus Köln. Übrig geblieben ist eine Zahl von einigen hundert ausschließlich Kölner Hunden. Auch um Reserven zu haben, wenn Termine platzen oder im schlimmsten Fall sein Modell verstirbt. "Letzteres ist leider schon passiert. Drei von den Hunden, die ich fotografiert habe, sind leider schon tot", so Hoffmann. Ins Buch kommen sie trotzdem. Es ist eine schöne Erinnerung für Herrchen und Frauchen.

Hoffmann wollte viele verschiedene Hunderassen oder Mischlinge fotografieren. "Ich hätte aber auch ein Buch nur über Border Collies oder Französische Bulldoggen machen können", sagt er mit einem Lachen. Nicht alle Hunde waren gehorsam. Einige mussten angeleint werden, da sie nicht dort blieben, wo Herrchen oder Frauchen sie platziert haben. Wiederum andere wollten partout nicht in die Kamera blicken. Für die Hundefotografie benötigt Hoffmann viel Geduld.

Ein Hund steht Modell: Sie werden meist nahe ihres Veedels abgelichtet. (Quelle: Susanne Wächter)Ein Hund steht Modell: Sie werden meist nahe ihres Veedels abgelichtet. (Quelle: Susanne Wächter)

45 Veedel sind im Kasten

45 Veedel hat er bereits im Kasten, die restlichen sollen folgen, sobald sich die Wetterlage bessert. "Bei dem Regen und Wind hat es in der letzten Zeit keinen großen Sinn gemacht", sagt der 30-Jährige. Zumal er sich zum Fotografieren häufig in Augenhöhe des Hundes begeben muss. "Die Hunde sollen quasi über ihr Veedel berichten. Dazu steuern wir markante Orte der einzelnen Vororte an", erklärt Hoffmann.

Bewusst will der 30-Jährige nicht die historische Kölnschiene mit seinem Bildband bedienen. "Klar, es kommt auch der Dom vor, aber eben nur in der Innenstadt. Alle anderen Hunde erzählen von ihrem Wohnort und dort gibt es ebenso schöne Ecken", so Hoffmann, der das ganze textlich begleitet, teils humorvoll, teils ernst. Das Resultat soll eine lebendige Geschichte werden, von dem, was der Hund tagtäglich in seinem Veedel erlebt. Und nebenbei lernt Hoffmann eine Menge über Köln. "Ich war an Orten, die ich selbst noch nicht kannte. Dort gibt es Statuen, die erzählen über die Geschichte des Ortes wie zum Beispiel das Milchmädchen in Poll", berichtet der Fotograf. Poll war nämlich einst ein sehr bäuerlich geprägter Ort. Heute ist dort nur noch ein Landwirtschaftsbetrieb ohne Milchvieh übrig . 

Ein Hund schaut in die Kamera: Künftig sollen auch Hunde aus Tierheimen eine Geschichte erzählen dürfen. (Quelle: Susanne Wächter)Ein Hund schaut in die Kamera: Künftig sollen auch Hunde aus Tierheimen eine Geschichte erzählen dürfen. (Quelle: Susanne Wächter)

Tierheim Zollstock spielt auch eine Rolle

Auch Tierheimhunde sind unter den Modellen. Zollstock steht noch auf seiner To-do-Liste. Dort hat das linksrheinische Tierheim seine Adresse. Hoffmann unterstützt es schon länger. So hat er dafür gesorgt, dass in einem Supermarkt seines Wohnortes künftig eine Futterspendenbox aufgestellt wird. Und einer der Tierheimbewohner wird mit ihm durchs Veedel streifen. Wer genau dafür auserkoren wird, steht noch nicht genau fest, auch der Termin muss noch ausgemacht werden.

Modelle sucht Hoffmann für sein Projekt nicht mehr, wie er betont, aber die nächsten Projekte schwirren schon in seinem Kopf. Die Ideen dafür sammelt er in seinem kleinen schwarzen Notizbuch, das hat er immer dabei. Mehr will er bis dato noch nicht verraten.

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Michael Hoffmann 

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