Sie sind hier: Home > Regional > Köln >

Thielen: "Robert Redford vom Geißbockheim" wird 80

Köln  

Thielen: "Robert Redford vom Geißbockheim" wird 80

31.03.2020, 07:11 Uhr | dpa

Thielen: "Robert Redford vom Geißbockheim" wird 80. Karl-Heinz Thielen

Der frühere Fußball-Bundesligaprofi Karl-Heinz Thielen. Foto: picture alliance / dpa / Archivbild (Quelle: dpa)

Vor dem Coronavirus hat der "Robert Redford vom Geißbockheim" keine Angst. "Auch, wenn ich ab Donnerstag endgültig zur Risikogruppe gehöre: Ich bin ganz ruhig", sagt Karl-Heinz Thielen der Deutschen Presse-Agentur. Die große Feier zum 80. Geburtstag fällt natürlich trotzdem aus. Das Geißbockheim, das Vereinsheim seines geliebten 1. FC Köln, war bereits gebucht, "so wie bei all meinen größeren Feiern". Im August wird seine Frau 78, "dann feiern wir eben zusammen", sagt Thielen. Der Ex-Nationalspieler, Torjäger und Manager des 1. FC Köln ist eben Pragmatiker.

Vor allem aber war Karl-Heinz Thielen in der Geschichte der Fußball-Bundesliga in vielem der Erste gewesen: Als Erster schoss er 1963 in einem Bundesliga-Spiel fünf Tore, "darauf werde ich auch 57 Jahre später noch häufig angesprochen". Als erster ehemaliger Spieler - fünf Jahre vor Uli Hoeneß beim FC Bayern - stieg er 1973 zum Manager auf. "Das war die richtige Entscheidung des Vereins", sagt er: "Aber der FC war damals immer schon ein Verein, der vorangegangen ist." Größen wie Günter Netzer fragten ihn bei ihrem Einstieg um Rat.

Als Manager tätigte Thielen den ersten Millionen-Transfer der Bundesliga, 1976 kostete der Niederländer Roger van Gool 1,25 Millionen Euro. Beim Transfer von Tony Woodcock durchbrach er 1979 als Erster die Marke von 2,5 Millionen, schloss aber gleichzeitig eine Verkaufsoption in selber Höhe ab. "Deshalb konnte ich gut schlafen." 2007 schließlich wurde er Gründungs-Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung. Auch bei der Aufgabe, den Ruf der Branche verbessert zu haben, war er erfolgreich.

Zu Spieler-Zeiten galt Thielen auch als absoluter Frauen-Schwarm, weswegen ihn Nationaltorhüter Toni Schumacher eben "Robert Redford vom Geißbockheim" taufte. "Angeblich sind damals viele Damen wegen mir ins Stadion gekommen", erzählt er lachend: "Jahrelang war unser Torhüter Frans de Munck für die Optik zuständig. Und als er nicht mehr da war, habe ich gesagt: Einer muss den Job ja machen."

Ein Hallodri war Thielen aber nicht. Mit seiner Hannelore feierte er 2016 Gold-Hochzeit - natürlich im Geißbockheim. Und auch dem FC ist er immer treu geblieben. Einmal wankte er, als ihn Sampdoria Genua 1964 verpflichten wollte, "aber ich hatte noch ein Jahr Studium vor mir". Er macht seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann und wurde wohl auch deshalb Geschäftsführer.

Auch als ihn Trainer Willi "Fischken" Multhaup zum Rechtsverteidiger umschulte, dachte er nie an Abschied. "Der 1. FC Köln war eben immer ein Ausnahmeverein", sagt Thielen, der im Westerwald geboren wurde, aber seit seinem zehnten Lebensjahr in Köln zu Hause ist.

Die Hoffnung auf bessere FC-Zeiten hegt er bis heute. Doch die Kölner haben noch nie einen Titel ohne Karl-Heinz Thielen geholt. An allen sieben Titeln des FC - drei Meisterschaften und vier Pokalsiegen - war er als Spieler oder Funktionär beteiligt. In der Hinsicht ist er nicht der Erste, sondern der Einzige: Im Moment sieht er seinen Verein auf einem guten Weg, weil Trainer Markus Gisdol und sein Ex-Spieler Horst Heldt als Manager "auch mich positiv überrascht haben". Irgendwann nochmal ein Titel für den FC, das wäre für den mehr als rüstigen Thielen das Größte. "Das", sagt er: "Würde ich sehr gerne noch erleben." Und dann hoffentlich im Geißbockheim feiern.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
10-Tages-Vorhersage

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal