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Köln: Ort von NSU-Anschlag wird Mahnmal – Stadt kauft Grundstück

Stadt kauft Grundstück  

Ort von NSU-Anschlag in Köln wird Mahnmal

10.06.2020, 16:29 Uhr | dpa

Köln: Ort von NSU-Anschlag wird Mahnmal – Stadt kauft Grundstück. Das Straßenschild der Keupstraße in Köln: Dort hat der NSU einen Terroranschlag verübt. Nun soll der Ort zur Gedenkstätte werden. (Quelle: imago images/Revierfoto/Archivbild)

Das Straßenschild der Keupstraße in Köln: Dort hat der NSU einen Terroranschlag verübt. Nun soll der Ort zur Gedenkstätte werden. (Quelle: Revierfoto/Archivbild/imago images)

In einem seit Jahren andauernden Streit um den Standort für ein Mahnmal zum NSU-Anschlag in Köln zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab. Ein Terrorort könnte so zur Gedenkstätte werden.

In der Keupstraße in Köln könnte es möglicherweise bald ein Mahnmal für die Opfer der NSU-Terroranschläge geben. Die Stadt beabsichtige, "das Grundstück beziehungsweise Teile des Areals zu kaufen und steht dazu in intensivem Austausch mit den Eigentümern", sagte ein Stadtsprecher am Montag. In der Keupstraße hatte die Nazi-Terrorzelle einen Nagelbombenanschlag verübt.

Zwar ist noch nicht klar, wann das Denkmal kommt. Die Stadt kann noch kein fixes Datum nennen. Aber es sei in den vergangenen Monaten "Bewegung in die zuvor festgefahrene Situation gekommen", so der Sprecher.

"Da ist natürlich eine ganz große Freude", sagte die Vorsitzende der IG Keupstraße, Meral Şahin, die sich seit Jahren um ein Mahnmal an dem Standort Keupstraße/Schanzenstraße bemüht.

Doch am Mittwoch wurde bekannt, dass die Grundstückseigentümer handfeste Verkaufsgespräche mit der Stadt Köln bestritten hat. Zwar habe es "einige Gespräche mit der Stadt über die Entwicklung auf dem Grundstück" gegeben, aber "kein konkretes Verkaufsgespräch", sagte der Sprecher der Eigentümergemeinschaft, Bernd Odenthal. Die Zukunft des Denkmals dürfte also weiter ungewiss bleiben.

Nagelbombe gezündet

Ende 2015 hatte der Kölner Rat beschlossen, einen zuvor in einem Wettbewerb gewählten Mahnmal-Entwurf zu verwirklichen. Seitdem hat sich jedoch nicht viel getan. Der Stadt zufolge liegt das daran, dass der Standort Keupstraße/Schanzenstraße in Privateigentum ist und die Eigentümer sich gegen ein Mahnmal aussprachen. "Und: Die IG Keupstraße hatte bislang alle alternativen Standorte abgelehnt."

Die IG-Vorsitzende Şahin sagte dazu, es sei "wahnsinnig wichtig", dass die interaktive Gedenkstätte direkt an der Keupstraße errichtet werde. Nur so könne sie "funktionieren", weil sie dann den direkten Bezug zu dem Ort habe, an dem der NSU (Nationalsozialistische Untergrund) den Anschlag verübte.

Virtuelles Denkmal möglich

Der Anschlag der Neonazi-Terrorzelle jährt sich am Dienstag zum 16. Mal. Am 9. Juni 2004 hatten NSU-Mitglieder vor einem Friseursalon eine Nagelbombe gezündet. 22 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer.

Der Mahnmal-Entwurf des Künstlers Ulf Aminde soll 26 Meter lang und sechs Meter breit sein. Mit dem Smartphone sollte man die Betonplatte abschreiten und ein virtuelles Denkmal sehen.

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