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Köln: Annette Frier begeistert von "langweiligster" RTL-Serie "KBV - Keine besonderen Vorkommnisse"

Anti-Action mit Top-Besetzung  

Annette Frier liebt "langweiligste" RTL-Serie "KBV"

25.02.2021, 11:18 Uhr | Wilfried Urbe, dpa

Köln: Annette Frier begeistert von "langweiligster" RTL-Serie "KBV - Keine besonderen Vorkommnisse". Polizistin Carola in der Serie "KBV": Annette Frier ist eine von vielen bekannten TV-Gesichtern, die in "Keine besonderen Vorkommnisse" mitwirkt. (Quelle: RTL Mediengruppe/TVNOWFrank Dicks)

Polizistin Carola in der Serie "KBV": Annette Frier ist eine von vielen bekannten TV-Gesichtern, die in "Keine besonderen Vorkommnisse" mitwirkt. (Quelle: RTL Mediengruppe/TVNOWFrank Dicks)

Bekannte TV-Gesichter wie Annette Frier und Jürgen Vogel treten in einer Anti-Actionserie auf. Frier spricht von einem "Fest für uns Schauspieler".

Das hat es in Deutschland noch nie gegeben: Ein Streaminganbieter kündigt unumwunden seine "langweiligste Serie" an. Deren ungewöhnliches Konzept hat schon beim Vorbild in Australien beim Publikum ausgezeichnet funktioniert. Denn "KBV – Keine besonderen Vorkommnisse", bei der RTL-Streamingplattform TVnow ab sofort zu sehen, bietet weder Action noch Geballer noch schnelle Schnitte.

Stattdessen erleben Top-Schauspieler ereignislosen Polizei-Alltag. Jürgen Vogel, Annette Frier, Kida Khodr Ramadan, Andrea Sawatzki und viele andere Prominente standen für "KBV" vor der Kamera. Das Ergebnis ist ein Sechsteiler mit trockenem Humor vom Feinsten.

Eine Szene aus "KBV - Keine besonderen Vorkommnisse": Die verdeckten Ermittler Samuel (Serkan Kaya, l.) und Gilles (Jürgen Vogel) sitzen in ihrem Auto. (Quelle: dpa/Frank Dicks/TVNOW)Eine Szene aus "KBV - Keine besonderen Vorkommnisse": Die verdeckten Ermittler Samuel (Serkan Kaya, l.) und Gilles (Jürgen Vogel) sitzen in ihrem Auto. (Quelle: Frank Dicks/TVNOW/dpa)

"Sinnfreie Diskussionen, es passiert nichts"

Erzählt wird die Geschichte von zwei verdeckten Ermittlern (Jürgen Vogel und Serkan Kaya), die Nacht für Nacht ein Lagerhaus mit zwei Gangstern (Denis Moschitto und Rocko Schamoni) observieren. Dabei passiert eigentlich – nichts. Das lässt viel Raum für sinnfreie Diskussionen: etwa ob ein Hotdog – hergestellt aus Bio-Schweinfleisch von der Tankstelle – nicht doch eine schmackhafte Delikatesse ist.

Unterstützung kommt zusätzlich von zwei Polizistinnen (Annette Frier und Maike Jüttendonk) aus der Funkzentrale. "Eigentlich besprechen wir das ganze Leben", sagt Jürgen Vogel im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Und die Geschichten haben einen großen Humor, auch wie die Figuren miteinander verwoben sind, das war für mich ein ganz neues Konzept." Von einem "Fest für uns Schauspieler" spricht Frier: "Es passiert nichts, aber man redet darüber, was alles passiert."

Schauspielerin Annette Frier: Sie lobt das Konzept der Serie als Fest für ihre Branche. (Quelle: imago images/Andre Lenthe)Schauspielerin Annette Frier: Sie lobt das Konzept der Serie als "Fest" für ihre Branche. (Quelle: Andre Lenthe/imago images)

Gibt es eine zweite Stalfel?

Der Sechsteiler ist eine Adaption der australischen Serie "No Activity". Die US-Version läuft bereits auf ProSieben Fun. "Wir haben Anfang 2020 entschieden, unseren Adaptionsansatz nochmals komplett umzukrempeln, ihn deutlich mehr zu individualisieren und mit einem neuen Blickwinkel zu versehen", berichtet Produzent Bernd von Fehrn der dpa. Man wollte keine "bloße Kopie", wie es Regisseur Lutz Heineking ("Andere Eltern") betonte: "Das war die Herausforderung, aber auch der Reiz der Produktion."

Anders als bei der australischen Vorlage setzte Heineking auf einen Mix aus Improvisationen der Schauspieler und Vorgaben durch ein Drehbuch: "Letztlich haben wir versucht, den Charakteren mehr Tiefe zu geben."

Auch hier erschwerte Corona die Arbeiten: Wegen Quarantäne musste der Regisseur während des Drehs einige Tage von Zuhause aus die Aufnahmen am Set dirigieren. Das Resultat hatte den Verantwortlichen bei RTL offensichtlich so gut gefallen, dass sie noch vor Ausstrahlung eine zweite Staffel in Auftrag gaben.

Die Premiere in einem Kölner Autokino am vergangenen Sonntag war übrigens schon vor der Pandemie als Idee geplant gewesen – passend zur Situation der beiden Protagonisten von "KBV", die die meiste Zeit ebenfalls im Auto verbringen.

Für Jürgen Vogel war es jedenfalls ein ungewöhnliches Event. Denn er selbst war nur einmal in einem Drive-In-Filmtheater: vor vielen Jahren, um sich den – auch eher actionarmen – Musical-Klassiker "Grease" anzuschauen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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