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Autofreie Severinstraße: Das ist der Plan der Grünen für Köln

INTERVIEWAutofreie Severinstraße  

"Die Menschen sehnen sich nach Wohlfühlstraßen"

Von Thomas Dahl

12.03.2021, 08:36 Uhr
Autofreie Severinstraße: Das ist der Plan der Grünen für Köln . Antje Kosubek: Die Grünen Fraktions-Chefin setzt sich für eine Severinstraße ohne Autos ein. (Quelle: Thomas Dahl)

Antje Kosubek: Die Grünen Fraktions-Chefin setzt sich für eine Severinstraße ohne Autos ein. (Quelle: Thomas Dahl)

In Köln hat die Bezirksverwaltung einem Antrag der Grünen folgend beschlossen, die Severinstraße vom Autoverkehr zu befreien. Doch wie genau soll das aussehen?

Die Bezirksparlamentarier der Innenstadt votierten in ihrer Sitzung einstimmig für einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der vorsieht, im Bereich der Severinstraße eine weitgehend autofreie Verkehrsführung einzurichten.

Die Verwaltung wurde aufgefordert, eine entsprechende Planung vorzulegen, welche Straßenabschnitte kurzfristig vom Autoverkehr befreit werden können. t-online sprach vor der Entscheidung mit Grünen Fraktions-Chefin Antje Kosubek über das Vorhaben.

t-online: Frau Kosubek, Ihre Partei setzt sich für ein Konzept zur autobefreiten Innenstadt ein, das schon seit längerem in verschiedensten Gremien und durch alle Parteien diskutiert wird. Was hat Sie bewogen, damit nochmals vorzupreschen?

Antje Kosubek: Wir hatten zur Severinstraße ja schon diverse aktuelle Stunden und meine Sorge ist, es wird seitens der Fachverwaltung etwas geplant ohne die Politik, Interessengemeinschaften und  Anwohnende einzuschließen. Dann wird uns etwas vorgelegt und wir können nur noch zwischen Ja oder Nein entscheiden.

Gilt Ihr Antrag für die gesamte Straßenstrecke?

Ja, auch der Bereich bis Waidmarkt soll betrachtet werden.

Wie soll der motorisierte Verkehr umverteilt werden?

Das genau wollen wir gemeinsam mit der Fachverwaltung erarbeiten und dabei die Interessen aller Akteure berücksichtigen. Hierfür wird die Verwaltung gefordert, eine Planung zu erstellen bzw. ihre bestehenden Pläne zur Diskussion vorzulegen.

Dabei ist die Erschließung der Seitenstraßen sowie die Abwicklung der Lieferverkehre sicherzustellen. Zusätzlich soll dargestellt werden, ob und wie die für den Eigelstein entwickelten Gestaltungselemente, etwa Pflanzkisten oder Sitzmöbel, für den Bereich der Severinstraße umgesetzt werden können.

Blick in die Severinstraße: Die Aufenthaltsqualität soll ohne Autos gesteigert werden.  (Quelle: Thomas Dahl)Blick in die Severinstraße: Die Aufenthaltsqualität soll ohne Autos gesteigert werden. (Quelle: Thomas Dahl)

Für die Regelungen im Bereich der asphaltierten Fahrbahn soll sowohl eine Variante "Fußgängerzone Fahrrad frei" als auch die Option "Fahrradstraße" dargestellt und bewertet werden, insbesondere auch zu den erwartenden Konflikten im Fuß- und Radverkehr. Die Optionen sind der Öffentlichkeit in geeigneter Weise vorzustellen. Die anliegenden Interessensgemeinschaften sind frühzeitig in Form eines Runden Tisches zu beteiligen.

Sind von der Maßnahme auch Busse betroffen?

Ja. Die Busse sollen langfristig andere Routen nehmen und auch nicht mehr den Chodwigplatz kreuzen, wie im vergangenen August von der Bezirksvertretung beschlossen.

Inwiefern wären die Anlieger betroffen?

Wir können uns ähnlich wie am Eigelstein Anlieger- und Lieferverkehr vorstellen. Es gibt unter anderem Parkplätze im Innenhof der Severinstraße 27 die auch zugänglich bleiben müssen sowie Krankentransporte etc. Bei einem Spaziergang mit der ISG (Immobilien und Standortgemeinschaft Severinstraße) im Sommer 2020 bekamen wir auch von dort positive Signale zur autofreien Severinstraße.

Mit welcher Zeitspanne rechnen Sie für die Umsetzung?

Man könnte Teilbereiche schon relativ schnell umsetzen, also noch in diesem Jahr.

Gibt es einen Erfahrungsaustausch mit den Initiatoren des Bürgervereins Kölner Eigelstein, die ihre Straße ebenfalls vom motorisierten Verkehr freihalten wollen?

Ja, den gibt es. Wir wollen diese positiven Impulse nutzen.

Könnte die erfolgreiche Umgestaltung der Severinstraße ein Exempel statuieren, beispielsweise für weitere Strecken in der Südstadt oder gar die gesamte Metropole?

Die Menschen sehnen sich nach Wohlfühlstraßen zum Flanieren und als Aufenthaltszone. Wir wollen vor allem den Durchgangsverkehr verringern, wenn es sich herausstellt, dass wir damit Erfolg haben, könnte man dieses Modell auch für andere Straßen, wie beispielsweise die Deutzer Freiheit in Betracht ziehen.

Können Sie sich diesbezüglich auch Kompromisse vorstellen?

Wir wollen mit dem Antrag in die Planungsprozesse einbezogen werden und da auch die Interessen aller anderen Akteure einfließen lassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Verwendete Quellen:
  • Interview mit Anke Kosubek

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