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Köln: Theologen protestieren gegen Homosexuellen-Segnungsverbot

Kritik am Vatikan  

Theologen protestieren gegen Segnungsverbot

22.03.2021, 14:01 Uhr | dpa, t-online

Köln: Theologen protestieren gegen Homosexuellen-Segnungsverbot. Ein Arbeiter hängt eine Regenbogenfahne auf (Archivbild): In Köln hatten einige Gemeinden mit Flaggen ein Zeichen gegen die Vatikan-Entscheidung gesetzt. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Ein Arbeiter hängt eine Regenbogenfahne auf (Archivbild): In Köln hatten einige Gemeinden mit Flaggen ein Zeichen gegen die Vatikan-Entscheidung gesetzt. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Der Vatikan hatte in der vergangenen Woche klargestellt, dass die katholische Kirche Segnungen von homosexuellen Paaren nicht vorsieht. Dagegen gibt es sowohl innerhalb der Kirche als auch von außerhalb Kritik.

Mehr als 200 Theologieprofessoren und -professorinnen aus dem deutschen Sprachraum protestieren in einer Stellungnahme gegen das vom Vatikan erlassene Segnungsverbot für homosexuelle Paare. Die Erklärung der römischen Glaubenskongregation sei "von einem paternalistischen Gestus der Überlegenheit geprägt" und diskriminiere homosexuelle Menschen und ihre Lebensentwürfe, heißt es in der Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Von dieser Position distanzieren wir uns entschieden. Wir gehen demgegenüber davon aus, dass das Leben und Lieben gleichgeschlechtlicher Paare vor Gott nicht weniger wert sind als das Leben und Lieben eines jeden anderen Paares."

In vielen Gemeinden würden Priester, Diakone und andere Seelsorger und Seelsorgerinnen Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare anbieten. "Wir begrüßen diese würdigenden Praktiken ausdrücklich", stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler klar. Der Erklärung der Glaubenskongregation fehle es an theologischer Tiefe und argumentativer Stringenz. "Werden wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und nicht rezipiert, wie es in dem Dokument der Fall ist, untergräbt das Lehramt seine eigene Autorität", so die Experten.

Die Stellungnahme, die bis Sonntag von 212 Theologieprofessoren unterzeichnet worden war, ist von einer Arbeitsgruppe an der Universität Münster entworfen worden und kann weiterhin unterschrieben werden. Zu den derzeitigen Unterzeichnern gehören unter anderem der Dogmatiker Georg Essen von der Humboldt-Universität Berlin, der 92-jährige Peter Hünermann, von dem zahlreiche bedeutende Publikationen stammen, Julia Knop und Gregor Maria Hoff, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Dogmatik und Fundamentaltheologie, sowie der Liturgiewissenschaftler Benedikt Kranemann aus Erfurt.

Von der Universität Köln hat Andreas Michel die Stellungnahme unterzeichnet. Auch mehrere Vertreter kirchlicher Hochschulen haben unterzeichnet, darunter Jesuiten aus St. Georgen und Lehrende von den katholischen Hochschulen in Eichstätt und Linz.

Die römische Glaubenskongregation hatte am vergangenen Montag klargestellt, dass die Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Paare zu segnen. Unzulässig sei jede Segnungsform, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne. Dies hat in der katholischen Kirche in Deutschland einen Proteststurm entfacht. In Köln hatten mehrere Gemeinden als Zeichen für ihre Solidarität mit Homosexuellen eine Regenbogenflagge aufgehängt.

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