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Kölner Impfbus ausgebremst – weil Impfstoff fehlt

  • Agata Strausa
Von Agata Strausa, Fabian Schmidt

Aktualisiert am 06.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Mitarbeiter des mobilen Impfteams blickt in die Ferne: Im Stadtteil Chorweiler werden Menschen in einem Impfbus geimpft.
Ein Mitarbeiter des mobilen Impfteams blickt in die Ferne: Im Stadtteil Chorweiler werden Menschen in einem Impfbus geimpft. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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In Köln-Chorweiler gibt es großen Andrang auf die mobile Impfstation. Dort lässt die Stadt derzeit Anwohner direkt vor ihrer Haustür impfen. Doch das Pionierprojekt wird unerwartet ausgebremst – wie es kommende Woche weitergeht, ist unklar.

Seit Montag impft ein mobiles Team Bewohnerinnen und Bewohner des Kölner Stadtteils Chorweiler gegen das Coronavirus. Ohne Termin, ohne viel Papierkram. Impfwillige müssen lediglich einen Personalausweis vorzeigen und Geduld mitbringen, denn für einen Termin müssen sie sich anstellen.

Und der Andrang auf den Impfbus auf dem Liverpooler Platz inmitten der Hochhäuser in Chorweiler ist groß: Lange Schlangen bildeten sich vor der Impfstation. Offenbar gibt es nun ein Problem mit dem Impfstoff – denn dieser wird knapp.

Wie der WDR berichtet, hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker an das Land geschrieben und mehr Impfdosen für die Schwerpunktaktion gefordert. Sonst müsse diese abgebrochen werden, heißt es.

Hatte am Montag noch Jürgen Zastrow, Leiter der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) verkündet, "wir haben Impfstoff ohne Ende", so sind die Impfdosen nun offenbar bald weg. Zwischenzeitlich war unsicher, ob es am Freitag weitergehen kann. Mittlerweile ist die Fortsetzung jedoch gesichert: Im Caritas-Zentrum in Meschenich wird die Stadt Impfungen anbieten können, wie geplant am Freitag und am Samstag. Sie bestehen aus Resten eines Zusatzkontingents des Landes sowie Überhang-Kapazitäten aus dem Kölner Impfzentrum, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit.

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Eine Frau auf dem Weg in den Impfbus: Bei der Sonderimpfaktion kommen mehrere Hundert Impfdosen pro Tag zum Einsatz.
Eine Frau auf dem Weg in den Impfbus: Bei der Sonderimpfaktion kommen mehrere Hundert Impfdosen pro Tag zum Einsatz. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Wie es in der kommenden Woche weitergeht, ist noch unklar. "Wir können 1.000 Personen am Tag impfen", sagte Zastrow. Das Modellprojekt sollte auf weitere Stadtteile wie Finkenberg und Kalk ausgeweitet werden – vorausgesetzt, es gibt dann etwas zum Verimpfen.

Wo kam der Impfstoff her?

Im Impfbus in Köln wurde bislang ausschließlich mit dem Impfstoff von Moderna geimpft. Die Dosen kamen aus dem Kölner Impfzentrum, sagt Zastrow. Es waren Restdosen, die nicht verimpft wurden. Doch mit den zusätzlichen Impfungen sind die Überschüsse nun weg. Wo soll also der Impfstoff für die Sonderimpfaktionen herkommen?

Am Mittwoch hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) angekündigt, 100.000 Impfdosen für Schwerpunkt-Impfungen in Brennpunkten landesweit zur Verfügung zu stellen. Denn das Kölner Modellprojekt hat Zuspruch bekommen – es kam sowohl in der Bevölkerung vor Ort als auch in der Politik gut an. Doch nun droht dem Vorreiter, ausgebremst zu werden.

Denn der Impfstoff steht nicht sofort zur Verfügung: Erst ab kommender Woche sollen zunächst 33.000 Dosen Johnson & Johnson für benachteiligte Stadtteile in ganz NRW zur bereit gestellt werden. Wohin genau sie gehen sollen, ist noch überhaupt nicht geklärt. Das weitere Vorgehen werde erst in der kommenden Woche fixiert, heißt es aus dem Ministerium. Man werde "mit einem gesonderten Erlass auf die Kreise und kreisfreien Städte zugehen" und dabei auch die Verteilung der Impfdosen kommunizieren.

Wie geht es in Köln weiter?

Impfarzt Zastrow rechnete am Donerstagmorgen mit 5.000 Dosen für Köln aus dem angekündigten NRW-Kontingent – für den Monat Mai. Doch eine solche Menge benötige man in Köln in einer Woche, wenn alle Hotspots versorgt werden sollen, so der Mediziner.

Zastrow verlangte eine schnelle Entscheidung des Ministeriums. Es nütze nichts, sagt er, wenn Politiker begeistert von der Aktion sind, diese dann aber letztendlich in den Ministerien von der Bürokratie ausgebremst werde. Neben Chorweiler gibt es laut Zastrow sieben weitere Corona-Hotspots in Köln, in denen der Impfbus eingesetzt werden soll. Doch dazu braucht es nun mehr Impfstoff – "50.000 Dosen allein für Köln", sagt Zastrow.

"Dort, wo das Risiko besonders hoch ist, muss geimpft werden", sagt der Mediziner. Er verstehe, wenn die Ministerien sagten, sie hätten eben nicht mehr Dosen. Sein Vorschlag: Dort, wo Inzidenzen niedrig sind, könnte Impftstoff abgezogen werden. Zudem hat sich Zastrow bereits in der Vergangenheit für die Aufhebung der starren Impfreihenfolge ausgesprochen. Das betonte er gegenüber t-online nochmal: "Man muss impfen, wo es brennt."

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