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Orkan "Sabine" führt zu massenhaften Einsätzen bei Feuerwehr

Erfurt  

Orkan "Sabine" führt zu massenhaften Einsätzen bei Feuerwehr

10.02.2020, 10:23 Uhr | dpa

Orkan "Sabine" führt zu massenhaften Einsätzen bei Feuerwehr. Rettung Notruf 112

Ein Sanitäter vor einem Rettungswagen mit der Nummer des Notrufes. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

In Thüringen hat das Sturmtief "Sabine" zwar nicht so heftig gewütet, wie zunächst befürchtet. Trotzdem führte das Sturmtief zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr, Polizei und anderen Helfern. Vereinzelt gab es Verletzte.

In Bechstedt-Wagd (Ilm-Kreis) wurde ein Mann am Sonntagabend vom Dach seines Hauses geweht, als er versuchte es sturmfest zu machen. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus nach Erfurt. Im gesamten Ilm-Kreis wurden Helfer zwischen Sonntag und Montagmittag zu mehr als 60 Einsätzen wegen des Orkans gerufen. Dachziegel fielen herunter, Bäume kippten auf Straßen. In Wildenspring fiel am Montagmorgen der Strom aus.

Die Bundesstraße 4 musste zwischen Sondershausen und Nordhausen bis Montagmittag eine Zeit lang gesperrt werden. Dort waren Bäume und Äste auf die Straße gefallen. Ein Baum kippte direkt vor dem Wagen um, in dem eine 64-jährige Fahrerin und ihr 72 Jahre alter Begleiter saßen. Der Wagen prallte gegen den Baum und auch ein 51-Jährige touchierte ihn. Verletzt wurde nach Polizeiangaben aber niemand. Die Wagen konnten erst am Montag geborgen werden.

Bis Montagvormittag rückten Helfer in Erfurt 18 Mal vor allem wegen Ästen und Dachteilen auf den Straßen aus. "Insgesamt war es verhältnismäßig ruhig und kein Vergleich zu dem, was angekündigt war", sagte Lars Angler, Sachgebietsleiter Gefahrenabwehrplanung im Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Die Stadtwerke Erfurt kündigten an, dass der egapark am Montag des Wetters wegen geschlossen bleibt. Gleiches gelte für die Friedhöfe und den Zoo, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

In Eisenach wurde die Berufsfeuerwehr in Eisenach zu sechs Einsätzen gerufen. Die Helfer räumten auf die Straße gestürzte Bäume weg, sicherten umgefallene Bauzäune und lose Verkehrszeichen. In Suhl und in Gera blieben die Tierparks aus Sicherheitsgründen am Montag geschlossen.

In der Leitstelle des Wartburgkreises gingen mehr als 70 Meldungen etwa wegen umgestürzter Bäume ein, Straßen mussten gesperrt werden. In der Gemeinde Barchfeld-Immelborn und Moorgrund kam es zu Stromausfällen. Bis zum Montagmorgen waren aber keine Verletzten oder größere Sachschäden bekannt.

Im Eichsfeld seien die Folgen des Sturms bislang überschaubar, hieß es bei der Polizei. Auch dort mussten von Sonntag auf Montag Helfer vor allem wegen umgestürzter Bäume ausrücken. Kurzzeitig wurden Straßen für Räumungsarbeiten gesperrt. In Bad Salzungen lösten heftige Winde Alarmanlagen aus.

Rund 190 Feuerwehrleute waren von Sonntag auf Montag im Landkreis Gotha im Einsatz. Auch hier ging es um Bäume, die auf Straßen gestürzt waren. Nahe Ohrdruf kam es so zu einem Verkehrsunfall mit einer verletzten Person. In Bad Tabarz wurden Oberleitungen abgerissen, in Ohrdruf und Cumbach Dächer abgedeckt. Zudem wurde der Kirchplatz in Cumbach überspült.

Auch am Dienstag bleibe der Wind in Thüringen weiterhin stramm, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) in Leipzig am Mittwochabend. Es müsse weiter mit schweren Sturmböen und heftigen Schauern gerechnet werden. Erst am Mittwoch sei zu erwarten, dass der Wind etwas nachlasse.

Die Deutsche Bahn ließ am Montag ihren Fernverkehr - anfangs noch mit Ausnahme Bayerns und Baden-Württembergs - wieder anrollen, nachdem die Züge seit Sonntag bundesweit sicherheitshalber gestoppt worden waren. Bahnreisende mussten aber weiterhin mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Die Bahn empfahl, auch für Dienstag geplante Fahrten im Fernverkehr auf einen anderen Tag zu verschieben. Der regionale Schienenverkehr kam in vielen Gegenden allmählich wieder ins Rollen - das war auch bei Abellio, der Erfurter Bahn und der Süd Thüringer Bahn der Fall.

Für Thüringens Wälder sei das Orkantief bislang glimpflich verlaufen, teilte die Landesforstanstalt mit. Es seien nach einem ersten Überblick deutlich geringere Schäden zu verzeichnen als bei den Stürmen "Friederike" 2018 und "Kyrill" 2007. Viele Schäden würden aber wohl erst in den nächsten Wochen und Monaten sichtbar werden.

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