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Sachsens Landesrabbiner: Extremismus stärker bekämpfen

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Sachsens Landesrabbiner: Extremismus stärker bekämpfen

23.09.2020, 10:08 Uhr | dpa

Sachsens Landesrabbiner: Extremismus stärker bekämpfen. Zsolt Balla, Sachsens Landesrabbiner

Der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Die Jüdischen Gemeinden in Sachsen sorgen sich um ihre Sicherheit. "Das Leben der Gemeinden hat sich verändert", sagte Landesrabbiner Zsolt Balla zum Jahrestag des Anschlags auf die Synagoge in Halle (Sachsen-Anhalt) der Deutschen Presse-Agentur. "Wir bekommen Hassmails, nicht nur aus der rechten Szene." Auch Verschwörungstendenzen im Zuge von Corona seien spürbar. Das, was in Polizei und Bundeswehr ans Licht komme, sei erschreckend. "Das ist ein echtes Problem, das erkannt werden muss und nicht verdrängt werden darf."

Laut Balla ist die Angst vor Angriffen nach wie vor da. "Es gibt Mitglieder, die noch keinen Mut haben, in die Synagoge zu gehen." Zwar gebe es viel Unterstützung und Solidarität aus der Bevölkerung, aber noch immer zu wenig. "Die Radikalität, egal ob rechts oder links, bedroht nach wie vor jüdisches Leben in Deutschland." An ihrer Religionsausübung ändert das nach den Worten des Landesrabbiners nichts. "Wenn wir unsere Feiertage nicht begehen oder einschränken, hätte der Täter von Halle sein Ziel erreicht und gewonnen; das werden wir nicht zulassen."

Balla sieht da die Gesellschaft mehr gefordert, wachsendem Extremismus und Verschwörungstendenzen entgegenzuwirken. Den vielen Worten der Vergangenheit müssten Taten folgen. "Es braucht einen konzertierten Aktionsplan gegen alle Arten von Hass und Rassismus."

Ein rechtsextremer Attentäter hatte am 9. Oktober 2019 am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in die Hallenser Synagoge einzudringen und die dort Betenden zu töten. Als das misslang, erschoss er eine 40-Jährige und einen 20-Jährigen in der Umgebung und verletzte auf der Flucht weitere Menschen. In dem seit Juli laufenden Mordprozess in Magdeburg hatte der 28-jährige Deutsche angegeben, dass er die Synagoge stürmen und ein Massaker anrichten wollte.

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